Die Gesamtheit Vedischen Wissens ("der Veda") umfasst nahezu alle Bereiche des Lebens und betrachtet diese im Licht von Praxis und Philosophie in so erstaunlicher Tiefe, dass es uns heute wie ein Wunder vorkommen kann, zu welcher enormen Kulturleistung das frühe Indien in der Lage war. Dabei mag es dem Verständnis manches rationalen Westlers kaum helfen, dass die Vedische Tradition nicht empirische Wissensgewinnung, sondern die innere Schau erleuchteter Weiser (Rishis) als ihren Ursprung angibt. Doch gerade daraus bezieht der Veda seine Tiefe und seine Universalität, die ihn vom Wandel der Meinungen abhebt und ihn zur "ewigen Wahrheit" erhebt. Deshalb bezeichnet einer der gegenwärtig führenden Vedischen Weisen, Maharishi Mahesh Yogi, den Veda auch als "die Gesamtheit des Naturgesetzes, aus dem die ganze Schöpfung hervorgeht" oder als "die Verfassung des Universums, die alles in vollkommener Ordnung regiert".
Wissenschaft umfasst heute ausschließlich die Untersuchung und Beschreibung von Objekten; die Vedische Wissenschaft bezieht dagegen zusätzlich das Subjekt, den Betrachter mit ein. Obwohl dies auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag, müsste es letztlich doch konsequenter Weise auch auf die westlichen Wissenschaften übertragen werden - spätestens seit die Erkenntnisse von Quantenphysik und Gehirnforschung die bisher gültige Vorstellung einer rein objektiv darstellbaren Welt zerstört haben.
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