Ayurveda und Vedische Ernährung

Der Maharishi Ayurveda und die Bedeutung von sattwischer Ernährung für ein gesundes, langes und glückliches Leben

Von Frank W. Lotz

Der spirituelle Gesichtspunkt in der Vedischen Ernährung

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Der Ayurveda entstand aus sich selbst heraus und hat seinen Ursprung, so sagen die indischen Rishis, im Bewusstsein eines jeden Menschen. Tief im Inneren gibt es eine Quelle, welche die altehrwürdigen Seher (Rishis) "ATMA" nennen. Es ist die gleiche Seele aller Lebewesen, ob Stein, Pflanze, Tier oder Mensch.

Rabindranath Tagore, der berühmte indische bengalische Dichter und Literatur-Nobelpreisträger schrieb einmal sinngemäß:

"Gott ruht in den Steinen, Gott schläft in den Pflanzen, Gott träumt im Tier, und schließlich erwacht er in einem 'erleuchteten' Menschen."

Alle Inder, die dem Veda verbunden sind, lernen, dass der unsterbliche Atma (Seele) in allem ruht. Deshalb sind bis zum heutigen Tage noch ca. 250 Millionen Menschen in Indien Vegetarier. Kein Kalb wird geschlachtet, um die Milchproduktion anzuheben. Die Inder lernen schon von klein auf den alten Vedischen Spruch: "Vasudhaiva Khutumbakam" - Die Welt ist meine Familie. Auch wissen die Menschen, die nach dem Veda (Kosmisches Naturgesetz) leben: "Was du säst, das wist du ernten." Das ist das Gesetz von "Actio gleich Reactio", das in der Vedischen Philosophie Karma genannt wird. Alle guten Taten wie auch die schlechten wirken früher oder später auf uns zurück.

All das wird durch das ewige Gesetz des Dharma bewirkt. Dharma, so heißt die kosmische Verwaltung, die den gesamten Evolutionsstrom lenkt und erhält. Das Dharma sorgt dafür, dass alles Leben im ganzen Kosmos voranschreitet. Es wird von Shri Raam (Maha-Vishnu) gelenkt. (Shri Krishna ist eine andere Verkörperung dieser "höchsten Intelligenz") So schreitet alles überall voran, bis jedes Lebewesen wieder eins geworden ist mit seinem Ursprung. Atma (unsterbliche Seele) wird zu Brahman (vollkommenes Einheits-Bewusstsein). So begleitet uns das ewige Dharma von Geburt zu Geburt, um uns aufwärts zu führen zur "höchsten Erleuchtung". Yoga und Meditation im Ayurveda sind dazu die Hilfsmittel.

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Shri Ganesha (ein Vedischer Devata) mit seiner ayurvedischen Lieblingssüßspeise den "Laddus" Ganesha ist ein Sohn von Shiva und Parvati, der Beseitiger von Hindernissen, Ordner und Regulator. Seine Funktion ist mit der des Hirnhinterlappens im Gehirn eines jeden Menschen vergleichbar, der die Funktion des Selektierens von wichtigen und unwichtigen Informationen hat. Die wichtigen Informationen und Eindrücke werden schließlich zum Haupthirn weitergeleitet und dort weiter verarbeitet. Der Hirnhinterlappen sieht "aufgeklappt" im Querschnitt vom Hinterkopf nach oben betrachtet genauso wie der Kopf Ganeshas aus und entspricht in seiner Funktion der Vedischen Intelligenz-Qualität von Ganesha. Diese Erkenntnis des Wissenschaftlers und Vedischen Experten Dr. Raja Nader Raam entstammt seinem bahnbrechenden Buch: "Der menschliche Körper - Ausdruck des Veda und der Vedischen Literatur", in dem er darlegt, wie der menschliche Organismus eine 1:1 Kopie des Veda und der Vedischen Literatur ist.

Ahimsa - Nicht verletzen, nicht töten, niemandem Schmerz zufügen, weder geistig noch körperlich - gehört zu den wichtigsten Geboten des Yoga. Das ist ein Grund, warum viele Inder und alle, die im Einklang mit dem Naturgesetz des Veda leben, Vegetarier sind. Weitere Gründe sind:

  • ethischer Natur, denn alle Lebewesen haben die gleiche Seele.

  • Die Erhaltung einer guten Gesundheit nach den Prinzipien des Ayurveda, denn Fleisch zu essen bedeutet, dass Ama (nicht verdaute Nahrung) produziert wird - gemäß Ayurveda eine Hauptursache für Krankheiten.

  • Das tiefe, innere Wissen, dass das, was du einem anderen zufügst, auf dich selbst früher oder später zurückkommt - in diesem Leben oder einem späteren.

  • Der "Vedische Mensch" glaubt nicht, er sei die Krone der Schöpfung, sondern er fühlt sich als Bewahrer und Erhalter der wunderbaren Schöpfung. So liebt der Vedische Mensch ganz natürlich alle Wesen, ob sie ihm nun belebt oder unbelebt (Steine, Mineralien etc.) erscheinen. Das ist der Grund, warum jeder geistig gesunde Mensch eine natürliche Abneigung gegen das Töten besitzt. Es liegt in seinen Genen, dass er Schmerz empfindet, wenn irgendetwas leidet. So ist es mehr als nur natürlich, ein Vegetarier zu sein. Betrachten wir unseren Darm, die Zähne, die Hände etc., erkennen wir, dass vegetarische Ernährung die unserer Verdauung angemessenste Ernährung ist.

Der Ayurveda ist der Zweig des Veda, der zur Glückseligkeit und Langlebigkeit führt; und das mit natürlichen Mitteln, im Einklang mit dem Naturgesetz ("Dharma").

Reinigung von Körper, Geist und Seele

Panchakarma und weitere Zweige des Ayurveda

In den Maharishi-Ayurveda-Zentren werden die traditionellen Panchakarma-Kuren praktiziert. Ziel jeder ayurvedischen Behandlung ist es, die Harmonie zwischen den Doshas zu erhalten oder wiederherzustellen. Wichtig ist vor allem, fettlösliche Stoffwechselgifte aus dem Körper auszuleiten. Eine der wirksamsten Methoden ist hierbei das Panchakarma. Pancha heißt Fünf und Karma heißt Handlung. Entsprechend besteht diese Methode aus fünf verschiedenen Reinigungszyklen.

In der vorbereitenden Phase werden durch die Einnahme von Ghee (reines Butterfett) fettlösliche Stoffwechselschlacken in den Geweben gelöst. Bei den äußerlichen Anwendungen wird der Patient mit Kräuterölen massiert. Dies aktiviert den Stoffwechsel in den Muskeln und im Bindegewebe. Anschließend wird durch Svedana in einer Art Dampfsauna durch Weitung der körpereigenen Kommunikationskanäle (Shrotas) die Ausscheidung über die Haut und die Schleimhäute angeregt. Zu diesen sehr angenehmen Behandlungen gehören z.B. Abhyanga - Synchron-Ölmassage, Shirodhara - Stirnölguss, Pizzichilli - der vierhändige Ganz-Körperölguss und Nasya - eine spezielle Kopf- und Nasenanwendung.

Ebenfalls große Bedeutung hat im Panchakarma die Reinigung über den Darm. Im Ayurveda geht man davon aus, dass die einzelnen Doshas mit ihren Stoffwechselschlacken von unterschiedlichen Bereichen im Magen-Darm-Trakt ausgeschieden werden können. Die Ausleitung der Schlacken geschieht mit einem sanften Abführmittel. Danach wird das Dick- und Dünndarmsystem durch Einläufe gereinigt und anschließend mit Öleinläufen wieder aufgebaut. Selbstverständlich muss eine Panchakarma-Kur stationär oder ambulant unter Aufsicht eines erfahrenen Ayurveda-Arztes durchgeführt werden.

Im Ayurveda spielen Meditation und Yoga eine entscheidende Rolle. Man empfiehlt den Menschen diese sanften und angenehmen Tiefenentspannungstechniken. Denn sie halten Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht und schenken dem Praktizierenden neben guter Gesundheit inneren Frieden und Freude. Die Wirkungen der Transzendentalen Meditation (TM) sind außergewöhnlich und wurden in über 600 wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Die TM verbessert den körperlichen, seelischen und sozialen Zustand des Ausübenden.

Die amerikanische Regierung hat kürzlich ein 5-Millionen-Dollar-Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, nachdem bekannt wurde, dass durch die Ausübung der TM die Ablagerungen in den Arterien bedeutend reduziert wurden, in gleichem Maße wie Medikamente, jedoch ohne Nebenwirkungen. Deshalb ist nicht verwunderlich, wenn Meditierende gesünder und glücklicher länger leben.

Ein weiterer wichtiger Zweig ist die klassische indische Musiktherapie, genannt Gandharva Veda. Die ayurvedische Musiktherapie des Gandharva Veda, eine Musikform, die den Menschen wieder in den Rhythmus mit der Natur einbindet, kann Ungleichgewichte im Körper- Geist- und Emotional-Körper beseitigen. Es werden bestimmte Ragas (Melodien im Einklang mit den Rhythmen der verschiedenen Tageszeiten) gespielt, die bewirken, dass der Mensch wieder mit der Natur mitschwingt.

Die Vedische Astrologie (Jyotish und Yagya) sowie die Vedische Architektur (Sthapadya Veda) spielen zusätzlich eine entscheidende Rolle, um den Menschen, die Familie, ein Land und die ganze Erde gesund zu machen und zu erhalten.

Nun kommen wir zur Ernährung, genannt Ahara. Es ist das Wissen um die richtige und gesunde Nahrungsaufnahme. Die gesunde Ernährung spielt im Ayurveda eine besonders wichtige Rolle, da damit Krankheiten vermieden und Störungen ausgeglichen werden.

Der gesundheitliche Aspekt in der ayurvedischen Ernährung - Ahara

Sushruta, ein ayurvedischer Arzt, der vor etwa 2600 Jahren lebte, schrieb:

"Ein Mensch wird gesund genannt, dessen Physiologie im Gleichgewicht ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel gut arbeiten, dessen Gewebe- und Ausscheidungsfunktionen normal sind und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften inneren Glücks befinden."

Seit undenklichen Zeiten begleitet der Ayurveda die Menschen. Die meisten von uns wissen gar nicht, dass selbst die moderne westliche Medizin ihre Wurzeln im Ayurveda hat. Der "Urvater" der Medizin, Hippokrates, entnahm 80% seines Wissens den sechs Standardwerken der Vedischen Medizin. Die Charaka-Samhita und die Shushrut-Samhita sind neben den anderen vier Lehrwerken der ayurvedischen Medizin die wichtigsten Aufzeichnungen des unbegrenzten Wissensschatzes der alten indischen Hochkultur.

Obwohl bis zum heutigen Tage mehr als 380000 ayurvedische Ärzte, die sog. Vaidyas, noch die traditionelle Medizin ausüben, war im Laufe der Jahrtausende das Wissen allmählich verloren gegangen. Es wurde nur noch unvollständig weitergegeben. Auch durch den Einfluss von außen, durch die Invasion der Araber und Europäer, ging viel verloren. Doch glücklicherweise kam zur rechten Zeit, für "Ost und West" gleichermaßen wichtig, die Erneuerung und volle Belebung dieses zeitlosen Wissens. Durch den unermüdlichen Einsatz des großen indischen Gelehrten, Wissenschaftlers und Meisters des Yoga, Maharishi Mahesh Yogi, wurde das ganze verschüttete Wissen wiedergefunden und alles in einer große Einheit zusammengeführt. Der Maharishi Ayurveda besitzt die volle und authentische Reichweite dieser für unsere Zeit so wichtigen Gesundheits-Wissenschaft.

Der höchste Rat des "All India Ayurvedic Congress" bezeichnete den Maharishi Ayurveda als bestes ayurvedisches System, weil es allein alle Vedischen Disziplinen integriert und über das Wissen verfügt, das vollkommene Gleichgewicht der gesamten Physiologie wieder herzustellen.

Die Doshas

Im Ayurveda gibt es drei Kräfte (Doshas), die in Form eines Regelkreises sämtliche Vorgänge im Körper, Geist und der Psyche steuern. Jedes Dosha ist in allen Zellen, Geweben und Organen des Körpers wirksam und hat darüber hinaus eine geistige Funktion. Zum anderen erklären die drei Doshas die Wechselbeziehung des Menschen mit seiner Ernährung und seiner gesamten Umwelt.

Die drei grundlegenden Kräfte (Doshas) des Ayurveda sind:

Vata Vata ist das Bewegungs- und "Steuerungsprinzip". Es ist die Kraft, die im Körper und Geist alles lenkt und steuert. Sein Sitz im Körper befindet sich vor allem im Dickdarm und fließt durch alle Nervenbahnen. Vata ist der Lenker. Vata besteht elementar aus Luft und Raum.
Pitta ist das Stoffwechselprinzip. Es besteht aus den Elementen Feuer und Wasser. Pitta heißt übersetzt "Feuer". So hat Pitta seinen Sitz im Verdauungssystem in der Höhe des Solarplexus. Pitta reguliert Wärmehaushalt des Körpers und die Nahrungsumwandlung.
Kapha wiederum besteht aus den Elementen von Wasser und Erde, Kapha verschafft dem Menschen die nötige Struktur und Festigkeit. Sein Sitz ist in den Lungen, Muskeln und Knochen. Es ist das strukturgebende Prinzip und steuert das Immunsystem.

Ein ayurvedischer Arzt stellt über eine Konstitutionsbestimmungs-Methode fest, ob ein Mensch ein Vata-, Pitta- oder ein Kapha-Typ ist. Hier spielt die Vedische Pulsdiagnose die entscheidende Rolle. Sie können Ihren Dosha-Typ aber auch mit einem sogenannten Typentest herausfinden. In einem guten Ayurveda- Buch finden Sie einen solchen Test. Neben den reinen Dosha-Typen Vata, Pitta und Kapha gibt es natürlich auch Mischtypen. Ich werde Ihnen in kurzen Worten die "drei Typen" ein wenig näher bringen.

Welcher Typ sind Sie?

Vata
Vata-Menschen sind zart und fein in der Körperstruktur, lebensbejahend und besitzen ein empfindsames Gemüt. Sie vertragen trocken kaltes Wetter sehr schlecht, haben eine trockene Haut, ihr Stuhlgang ist hart, und sie neigen zu Verstopfung. Sie brauchen besonders warme und zart abgeschmeckte Nahrung. Die Geschmackrichtungen süß, sauer und salzig bekommen ihnen gut; hingegen stören scharf, bitter und herb das physiologische Gleichgewicht. Sie kommunizieren sehr gerne, telefonieren häufig, sind offen für Neues im Leben. Sie lieben die Sonne und sind die Kreativen und Intellektuellen einer Gesellschaft.

Ist ihr Vata in ihrem Nervensystem zu hoch, durch zu viel Stress, dann kommt ihr ganzes System ins Ungleichgewicht. Das zeigt sich in physischen und psychischen Störungen wie z.B. Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit. In unserer heutigen "schnelllebigen" Zeit haben fast alle Menschen Vata-Störungen. Diese lassen sich durch eine gesunde Lebensroutine, Meditation und Yoga, Spazierengehen mit Freunden an der frischen Luft und besonders durch frische, wärmende, gesunde und bekömmliche Ernährung wieder beseitigen. Sollten die Störungen zu stark sein, empfiehlt es sich, einen guten Maharishi-Ayurveda-Arzt aufzusuchen. Am Ende meines Artikels gebe ich Ihnen einige Adressen, die Sie gerne kontaktieren können.

Folgende Nahrungsmittel gleichen das Vata-Dosha aus: Gut gekochtes Gemüse, wenig oder keine Rohkost. Rote Beete, Möhren, Gurke, Okra, Süßkartoffeln, gedünsteter Rettich, Sellerie, Staudensellerie, Spargel, frische Erbsen, Kartoffeln, Zucchini, Tomaten, grünes Blattgemüse, Weizen, Hafer, Gries, Basmati-Reis, Dinkel. Wenig Hülsenfrüchte außer geschältem, gelben Mungdal (indische Hülsenfrüchte).

Bekömmlich für den Vata-Typ sind: süße, reife Früchte wie Weintrauben, Mangos, Bananen, Avocados, Melonen, Papaya, Beerenobst, Kirschen, Kokosnuss, frische Feigen, frische Datteln, Orangen, Pfirsiche, Nektarinen, Ananas, Pflaumen, Äpfel und Birnen, letztere in Maßen und am besten gedünstet. Ebenso mag der Vata-Typ alle Milchprodukte, Öle und Fette. Auch Nüsse und Samen in gerösteter Form bekommen ihm gut.

Die Gewürze: Ingwer, Anis, Asafoetida, Bockshornkleesamen, Cumin, Curcuma, Fenchel, Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Muskat, Nigella, Salz, Senfsamen, schwarzer Pfeffer und Zimt, sollte er bevorzugen.

Pitta
Pitta-Menschen sind von Natur aus sehr dynamische Menschen. Es ist ihre Natur, die sie ganz spontan zu Führungspersönlichkeiten werden lässt. Sie haben eine gute Grundkonstitution und werden von den Elementen Feuer und Wasser beherrscht. Sind sie in ihrem Gleichgewicht, sind sie geborene "Winnertypen", strahlen eine natürliche Wärme aus und können gut andere begeistern.

Ist aber ihr Grunddosha zu stark ausgeprägt oder stehen sie unter zu starkem Druck, werden sie leicht jähzornig, ungeduldig und wütend. Sie sind dann der typische Choleriker. So ist für diese Menschen ganz besonders wichtig, in einer harmonischen Umgebung zu leben. Da sie sehr hektisch werden können, sind Meditation, gute Freunde und eine freundliche und geduldige Familie für sie die beste "Medizin".

Sie sollten sich besonders vor Fleisch, scharfem Essen, hitzigen Gesprächen beim Essen hüten. Die Geschmacksrichtungen und Lebensmittel, die ganz natürlich den Körper und den Geist kühlen, sind für diese Dosha-Typen genau das Richtige. Süß, bitter und herb sind die 3 Geschmacksnuancen, die kühlend wirken.

Die bevorzugten Gewürze des Pitta-Typs sind: Koriander, Cumin, Fenchel, Ingwer in Maßen, Kardamom, Safran, schwarzer Pfeffer und Zimt. Bei den Kräutern sind es vor allem: Basilikum, Beifuss, Dill, Kerbel, Koriandergrün, Minze, Petersilie, Salbei und Zitronenmelisse.

Blattsalate, alle Hülsenfrüchte, Gemüsesorten wie Fenchel, Chicoree, Weißkraut, Chinakohl, Bohnen und Gurken etc. und Obstsorten wie Rhabarber, Birnen, reife Papayas und sonnengereifte Mangos, frische, reife, süße Orangen und alle anderen süßen Früchte haben eine kühlende Wirkung aufs Nervensystem und den Körper. Reis, Weizen, Dinkel, Buchweizen und alle leichten Pastasorten essen Pitta-Menschen gerne und bekommen ihnen auch gut.

Kapha
Sie sind die so genannten "Gutmütigen", die nichts und niemand aus der Ruhe bringen kann. Sie haben eine kräftige, etwas zur Korpulenz führende Figur. Die Elemente Wasser und Erde dominieren ihre geistige und körperliche Grundstruktur. Ihre Haare sind kräftig, leicht ölig, und oft haben sie schöne Naturlocken. Die Haut ist weich und blass. Wie die dem Kapha zugeordneten Elemente haben sie eigentlich nur eines gemeinsam, sie lechzen nach Sonne und Wärme. Befinden sie sich im Gleichgewicht, sind sie geduldig, liebevoll, ausdauernd, friedvoll und weitsichtig. Deshalb können Kapha-Dosha Menschen gut mit Geld umgehen, und es wird ihnen oft später im Leben durch diese Eigenschaften Reichtum beschieden sein.
Haben diese Menschen jedoch zu viel von Kapha, dann sind sie träge, unmotiviert, verschlossen für Neues und isolieren sich von der "Welt". Yoga-Asanas, Pranayama (eine leichte Atemübung), Meditation und besonders viel Bewegung bringt sie wieder in Schwung.

Deshalb sollten sie Fettiges, Schweres, Gebratenes, Sahne, Käse, d.h. Milchprodukte meiden. Kapha-Typen sind die Einzigen, denen ein scharf gewürztes Essen gut bekommt. Daneben reduziert bitter, herb und scharf das Kapha-Element im Körper.

So lieben diese Menschen von Natur aus alle scharfen Gewürze und Kräuter wie schwarzen Pfeffer, Ingwer, Kreuzkümmel, Nelken, Gelbwurz, Asafoetida und Senfsaat.

Bevorzugte Kräuter sind: Kresse, Petersilie, Koriandergrün, Basilikum, Zitronenmelisse, Estragon sowie die Gemüsesorten Rettich, scharfe Peperoni, frische Chillischoten, Tomaten etc. Salate essen sie mäßig, jedoch sollten sie würzig angemacht sein. Obst am Morgen ist für sie das ideale Frühstück, jedoch sind saure und besonders süße Sorten für sie nicht richtig. Da sie gerne essen, aber eine träge Verdauung haben und ihr System sehr genügsam ist, sollten sie nicht schlemmen. Der Kapha-Typ sollte salzarm kochen, da er sonst zu viel Wasser im Körper ansammelt.

Einteilung der Lebensmittel

Im Ayurveda gibt es förderliche und schädliche Nahrungsmittel. Einige versorgen Körper und Geist optimal, andere können Körper und Geist Schaden zufügen. In der Vedischen Wissenschaft hat Prakriti, die Urnatur, in Analogie zu den drei grundlegenden Operatoren der Quantenphysik, drei Qualitäten: Sattwa, Rajas und Tamas. Sattwa ist die lebensfördernde Qualität, Rajas steht für Aktivität und Energie, aber auch Leiden, Tamas für Zerstörung.

Sattwische Lebensmittel Lebensmittel mit der Qualität Sattwa bauen den Körper auf und bringen Klarheit, Freude und Lebensenergie für alle Typen. Zu den sattwischen Lebensmitteln aus Vedisch-Biologischer Landwirtschaft und -Produktion zählen Ghee (reines Butterfett) und Butter, Honig, Sahne, Vollmilch und bester frischer selbsthergestellter Joghurt, frisches reifes Obst (sonnengereift) und Gemüse sowie Getreide und Reis. Gemüse, die über der Erde reifen, sind denen vorzuziehen, die unter der Erde reifen, da sie mehr Sonnenenergie speichern können. Ausnahmen sind Rote Beete und Karotten.

Rajasische Lebensmittel Lebensmittel, die die Eigenschaft Rajas enthalten, erhitzen Körper und Geist. Im Übermaß oder falsch dosiert, machen sie den Menschen rechthaberisch, aggressiv und ungeduldig. Wer allerdings eher langsam, träge und gleichgültig ist, kann Rajas-Nahrung in kleinen Mengen essen. Sie aktivieren Menschen mit einer Kapha-Konstitution und bringen ihnen mehr Entschlossenheit, Aktivitätsimpulse und Durchsetzungsvermögen. Zu den rajasischen Lebensmitteln gehören unter anderen alle scharfen Gewürze, Rettich, Zwiebel und Knoblauch, Paprika, Chilis, Kaffee, schwarzer Tee sowie Alkohol und Genussmittel, die wenn überhaupt mit Vorsicht zu genießen sind

Tamasische Lebensmittel Lebensmittel mit der Qualität Tamas machen Geist und Körper müde und träge und dumpf. Sie belasten die Verdauung und begünstigen Krankheiten. Sie produzieren nahrungsbedingte Schlacken, die im Ayur-Veda "Ama" genannt werden, was wörtlich übersetzt "nicht verdaute Nahrung" heißt. Zu den tamasischen Lebensmitteln zählen: Fleisch, Schimmel- und Hartkäse, H-Milch, Nahrungsmittel mit Konservierungsstoffen, und alle konservierten Dosenprodukte, aufgewärmtes Essen, "Instant-Produkte", genmanipulierte und synthetische Nahrung. Essig, der chemisch gesehen umgekippter (übersäuerter) Alkohol ist, raffinierter Zucker, industriell hergestelltes Salz und Erdnussprodukte haben Inhaltsstoffe, die sich ungünstig auf die Gesundheit auswirken.

Zucker, Honig und der basisch wirkende Ayurveda-Zucker Sharkara

Raffiniertem Zucker sind nahezu alle Vitamin- und Mineralstoffe entzogen. Er wirkt im Körper wie eine chemische Keule, weil er die Freien Radikalen im Gewebe des Systems bindet und nährt. Nehmen Sie einfach in Maßen Rohzucker aus Zuckerrohr, Palmzucker, Ursüße oder Jaggery (indischer Rohzucker) und Honig sowie Fruchtzucker für Diabetiker. Mittlerweile ist hierzulande auch Sharkara erhältlich, ein aus Zuckerrohr verfeinerter Zucker, der als einziger Zucker basisch wirkt und Pitta/Vata-ausgleichend ist. Zuckerersatzstoffe sind keine Alternative, weil sie nachweislich die Existenz Freier Radikale fördern. Sie werden vom Verdauungssystem als Fremdkörper angesehen. Wichtig bei Honig: Er darf nicht über 40 Grad erhitzt werden, da er sonst toxische Stoffe freisetzt.

Da Honig dem Körper Wärme schenkt und der Pitta-Typ davon schon mehr als genug im Körper besitzt, haben die alten indischen Ärzte vor langer Zeit einen Zucker entwickelt, der kühlend wirkt und das Verdauungssystem nicht übersäuert: Mit bestimmten Reinigungsmethoden läutern sie Zucker aus Zuckerrohr und entziehen ihm alle Schlacken. Nach dem Reinigungsprozess besitzt dieser Zucker basische Wirkung. Er schmeckt milder und nicht so süß wie herkömmlicher brauner Zucker. Dieser Zucker ist natürlich nichts für Diabetiker, denen man auch im Ayurveda Fruchtzucker als Süßungsmittel empfiehlt.

Frank Wolfgang Lotz

leitete fünf Jahre lang die Küche der renommierten Maharishi Ayurveda Klinik in Bad Ems. Dort gibt er auch nach wie vor Kochkurse.

Heute ist er Autor und Betreiber von Franks Veda Shop.

Aus seiner Feder stammt der Bestseller "Himmlisch Kochen und Leben im Einklang mit dem Veda" (siehe unten), Buch des Monats vom Mai 2001.

Kochkurse mit Frank Lotz finden Sie im Vedamagazin Terminkalender oder in Franks Veda Shop.



Ermitteln Sie Ihre persönliche Konstitution im Vedamagazin Dosha-Selbsttest.

Siehe auch:

Themenportal Ayurveda: Das uralte Vedische GesundheitssystemThemenportal Meditation: Der Vedische Weg zur ErleuchtungThemenportal Vastu: Die Vedische Architektur Sthapatya-VedaThemenportal Jyotish: Die Vedische Astrologie
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Weisheit des Augenblicks
Dem über die Jahrhunderte von der Medizin beherrschten Gesundheitswesen ist es nicht gelungen, Krankheit und Leiden zu beseitigen; die Medizin allein ist zu oberflächlich, um all die unzähligen Werte zu beeinflussen, die die Struktur des Lebens und dessen Evolution ausmachen. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Aspekte von Geist und Körper gemeinsam in Betracht zieht, kann im Umgang mit Gesundheit erfolgreich sein. - Maharishi Mahesh Yogi (1918 -2008)

 

Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 


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