Edelsteine im Jyotish

Von Astrid Reick

Jyotish, die indische Astrologie, die auf den ca. 6000 Jahre alten Veden basiert, weist zur westlichen Astrologie zwei wesentliche Unterschiede auf: Sie beruht nicht auf dem siderischen (feststehenden) Tierkreis, sondern auf dem tropischen (beweglichem) Tierkreis. Zum anderen besteht der Sinn für den Menschen in dieser vedischen Wissenschaft darin, nicht nur die Zukunft vorauszusagen, sondern negative Einflüsse abzuschwächen oder ganz und gar zu eliminieren. Vermeide die Gefahr, bevor sie gekommen ist heißt es in den Veden. Das Sanskritwort Jyoti bedeutet Licht.

In den Veden ist Jyotish in drei wichtige Bereiche eingeteilt:

  • Ganita beinhaltet die mathematischen Berechnungen, beschreibt die Struktur des Sonnensystems und des Universums (sphärische Astronomie).

  • Samhita bedeutet Ganzheit. Es ist die Astrologie der Weltangelegenheiten, Transite von Planeten, Kometen und Auswirkungen auf die Welt als Ganzes werden darin beschrieben.

  • Hora steht für die Interpretationen und Voraussagen aus dem Geburtshoroskop (Janma Kundali) der einzelnen Personen. Dieser Bereich aufgrund genauer mathematischer Berechnungen ist der Ansatz für die Edelsteintherapie im Jyotish.

Um Gefahren aufgrund ungünstiger Planetenkonstellationen abzuwehren, d. h. den Menschen in Einklang mit seinen planetaren Energien zu bringen und so die Gesundheit, das Glück und Wohlbefinden und den Erfolg des Einzelnen zu fördern können entweder Yagyas, sogenannte heilige Zeremonien zu bestimmten Zeitpunkten durchgeführt werden oder/und es werden Edelsteine empfohlen.

Im Jyotish werden die neun wichtigen Planeten berücksichtigt: Sonne (Surya), Mond (Chandra), Mars (Mangal), Merkur (Buddh), Jupiter (Guru), Venus (Shukra), Saturn (Shani), auf- und absteigender Mondknoten (Rahu und Ketu). Jedem dieser Planten sind bestimmte Edelsteine zugeordnet. Planeten und Edelsteine wiederum entsprechen Körperteilen und psychischen und physische Eigenschaften. Durch das gezielte Tragen eines Edelsteines können so die Schwächen eines Menschen von der Basis der kosmischen Einheit her ausgeglichen werden.



Edelsteine im Jyotish

Da im Jyotish die wichtigsten neun Planten berücksichtigt werden, liegen der Edelsteintherapie ebenfalls neun Steinarten zugrunde.

 

Name des Steines entspr. Planet Sanskrit-
name der Planeten
Wochentage Finger, an denen idealerweise ein Jyotisch Edelsteinschmuck getragen wird
Rubin Sonne Surya Sonntag Ringfinger
Perle Mond Chandra Montag Ringfinger
Koralle Mars Mangal Dienstag Ringfinger
Smaragd Merkur Buddh Mittwoch Mittelfinger
gelber Saphir Jupiter Guru Donnerstag Zeigefinger
Diamant Venus Sukra Freitag kleiner Finger oder Mittelfinger
blauer Saphir Saturn Shani Samstag Mittelfinger
Hessonit Rahu Samstag Mittelfinger
Katzenauge Ketu Dienstag Ringfinger



Der Rubin

Der Rubin steht für die Sonne. Die Sonne ist männlich und repräsentiert den Vater. Sie entspricht dem Selbst und dem Gehirn. Sie sagt etwas über Vitalität, Abwehrkräfte, Energie und Lebenskraft aus. Aufgrund der Stellung und Würde der Sonne in einem Geburtshoroskop können Aussagen auf Wohlstand u. Erfolg in weltlichen Dingen gemacht werden. Die Sonne ist ebenfalls verantwortlich für Selbstbewußtsein und Status. Sie ist heiß und wärmend, kann aber im negativen auch andere (Planeten) verbrennen. Das Metall, daß der Sonne entspricht ist Gold.

Ein Rubin der wohltuend wirkt sollte sein:

  1. so rein wie möglich (Augennerv), keinesfalls dunkle Einschlüsse,
  2. Farbe von pink, karminrot bis bräunlich rot sollte den Träger ansprechen,
  3. von schönem Glanz und Feuer (das ist das Leuchten, wenn man in den Stein hineinguckt).

Für Jyotish sind die Größen (meist ab ca. 1,3 ct, ideal ab 2 ct) und die Farben abhängig vom Chart, Geschmack und Geldbeutel der Träger. Gute Rubine in entsprechenden Qualitäten sind knapp, teuer und schwer zu bekommen. Die bekanntesten Länder, in denen Rubine gefunden werden, sind: Sri Lanka, Burma, Thailand und, seitdem hier kein Krieg mehr herrscht, auch Kambodscha und Vietnam. Da der Rubin in entsprechenden Qualitäten sehr teuer ist, kann notfalls auf schönen roten Turmalin in entsprechend größerem Karatgewicht* zurückgegriffen werden.



Gefasst werden sollte ein Rubin in Gold am Sonntag oder an einem der den befreundeten Planeten der Sonne entsprechenden Wochentag. Diese sind Montag, Dienstag und Donnerstag.

Da im Jyotish Rubinringe am Ringfinger getragen werden und der Rubin relativ unempfindlich ist, eignet sich dieser Stein hervorragend im Ring.

* ein Karat ist ursprünglich das Gewicht eines Kernes vom Johannesbrot. Heute wiegt man selbstverständlich mit modernen Waagen: 1 Karat (abgekürzt ct sind 0,2 Gramm)

Die Perle

Die Perle steht für den Mond. Der Mond ist weiblich, mütterlich, empfangend.
Die Stellung des Mondes im Horoskop sagt viel über das Gefühlsleben eines Menschen, emotionale Stärke und Gleichgewicht aus. Der Mond beeinflusst den Geist, den gesunden Menschenverstand und das Gedächtnis ebenso wie die Fruchtbarkeit. Zunehmender Mond während der Geburtszeit fördert positive Emotionen, abnehmender Mond eher negative. Der Mond ist kalt und feucht (wie die Perle im Wasser).

Eine Perle, die ausgleichend und positiv auf den Menschen wirkt sollte sein:

  1. von mondähnlicher Farbe,
  2. so rund wie möglich (kernlose Perlen sind fast nie so rund wie eine Zuchtperle mit rundem, eingepflanzten Kern),
  3. von weichem Glanz und schönem Lüster,
  4. von möglichst makelloser Oberfläche.

Für Jyotish nimmt man auf jeden Fall ungebohrte Perlen:

  1. Orientperlen: dies sind die einzigen Perlen, die ohne irgendein Zutun vom Menschen entstanden sind. Sie sind selten ganz rund, die Farbe ist abhängig von den Mineralien im Wasser; sehr teuer.
  2. Keshiperlen (kernlose Perlen): bei der Züchtung von Südseezuchtperlen wird die Muschel entweder leicht verletzt oder verunreinigt. Um diese Stelle herum bildet die Muschel eine neue Perle. Südseekeshis sind sozusagen die ungeplanten Kinder der Südseezuchtperlen.
  3. Südseezuchtperlen, wenn eine besonders große Perle benötigt wird oder andere nicht in entsprechenden Qualitäten erhältlich sind.
  4. Relativ neu auf dem Markt sind kernlose chinesische Süßwasserperlen in sehr schönen, gleichmäßig runden Qualitäten. Die größeren Perlen dieser Art haben keinen Perlmuttkern, sondern eine kleine Perle derselben Art eingepflanzt.

Metall für den Mond (Perle) ist Silber. Sogar in der europäischen Kultur ist auf altem Silbergerät häufig noch ein Mond als Punzierung für das Silber zu finden. Gefaßt werden sollte die Perle entweder am Montag, oder an einem der den befreundeten Planeten entsprechenden Wochentagen. Das sind die Tage Sonntag, Dienstag und Donnerstag.

Besonders wichtig beim Fassen der Perle ist das Vertrauen zum Goldschmied. Ungebohrte Perlen sind grundsätzlich schwerer zu bekommen als gebohrte Perlen. Außerdem sind sie in guten Qualitäten teurer, da eine Bohrung soweit möglich auf die unregelmäßige, fehlerhafte Stelle gesetzt wird. Die traditionelle und elegante Lösung für das "Fassen" ist das Anbohren der Perle und einen Stift mit Öse einzukleben. Der Nachteil dieser klassischen Lösung ist, dass durch das Anbohren Ganzheit zerstört wird und sich der Kleber beim häufigen Tragen löst. Ideal ist das Fassen der Perle wie einen Edelstein. Optisch von Nachteil ist, dass nicht so viel von der Perle zu sehen ist. Dafür bleiben aber die gute Wirkung und die unkomplizierten Trageeigenschaften des Perlschmucks erhalten.

Die Koralle

Die Koralle steht für den Mars. Der Mars ist männlich, trocken, feurig (pitta), energisch, ehrgeizig, kommandierend (Durchsetzungsvermögen), temperamentvoll und aggressiv. Er steht für Sport, für Mut und Heldentum, für die irdischen Wünsche und Besitz sowie für die sexuelle Kraft.

Korallen wirken, wie alle Edelsteine, auf verschiedene Menschen sehr unterschiedlich. Sogar die unterschiedlichen Farbvarietäten von zartrosa bis dunkelrot haben verschiedene Wirkungen. Korallen sollten auf jeden Fall ca. 5 Tage bis eine Woche zur Probe getragen werden. Wichtig ist bei einer Koralle, dass sie:

  1. keine Risse aufweist,
  2. keine dunklen Flecken hat,
  3. möglichst einheitliche Farbe besitzt - von rosa bis dunkelrot.

Kleine Wachstumsstreifen dürfen allerdings erkennbar sein. Sie sind sogar ein Echtheitsmerkmal. Nachgefärbt sollte eine Koralle für Jyotishzwecke allerdings keinesfalls sein. Erfahrung: viele, die gern eine dunkle rote Koralle möchten, stellen beim Probetragen fest, dass eine hellrote oder sogar rosa Koralle angenehmer für sie ist.

Für Jyotish kommen verschiedene Formen von Korallenschmuck in Betracht:

  1. Korallenkette aus vielen Korallenperlen.
    Vorteil: es entfällt das teure Fassen wie bei einer einzelnen Koralle.
    Nachteile: die Kette kann reißen und muss regelmäßig neu aufgezogen werden.
    Dadurch, dass die einzelnen Kugeln gebohrt sind, braucht man wesentlich mehr Gewicht als bei einer einzelnen Perle
  2. Ein Cabochon: das ist eine Koralle, die unten flach ist und auf der Oberseite gewölbt.
    Vorteil: ein ungebohrtes Korallenstück kann man sich entsprechend des gewünschten Gewichts kaufen, einmal gefasst, bedarf es nur noch wenig Pflege.
    Nachteile: es kommen die Kosten des Fassens hinzu. Außerdem liegt der Cabochon aufgrund seiner Form, wenn er gefasst ist, nie voll auf der Haut auf.
  3. Eine ungebohrte Kugel hat gegenüber dem Cabochon den Vorteil, dass sie auch nach dem Fassen guten Hautkontakt aufweist. Dafür ist, wie bei einer gefassten Perle, optisch recht viel von der Koralle durch die Fassung verdeckt.

Das Metall für den Mars ist Kupfer. Da Kupfer Grünspan bildet, werden Korallen in Gold gefasst. Ausnahme: Werden Perlen und Korallen in einem Schmuckstück verarbeitet, sollte auch nur ein Metall verwendet werden, also entweder Gold oder Silber. Korallen werden idealerweise an einem Dienstag gefasst, oder am Sonntag, Montag oder Donnerstag. Beim Tragen und Reinigen sollte bedacht werden, dass die Koralle ein weiches, organisches Material ist. Sie ist empfindlich gegen Säuren und Laugen. Für Leute, die viel mit den Händen arbeiten, ist ein Anhänger geeigneter als ein Ring. Durch häufiges Tragen verliert sie etwas an Glanz. Durch leichtes Eincremen oder -ölen kann man den Glanz wieder etwas auffrischen.

Der Smaragd

Der Smaragd steht für den Merkur. Der Merkur ist weder männlich noch weiblich. Er ist jugendlich, wird stark von anderen Planeten beeinflusst und ist kalt und feucht. Er beeinflusst den Intellekt und die Kommunikation, Sprache, Poesie, Erziehung, Lernen und Unterrichten, Humor und Witz. Auch Handel und Geschäftssinn und kurze Reisen werden mit dem Merkur in Beziehung gesetzt. Im Körper werden das Nervensystem, die Lungen und die Eingeweide mit dem Merkur verbunden. Der Merkur ist verantwortlich für Nervenkrankheiten, Epilepsie und Hirnerkrankungen.

Ein Smaragd, der dem Träger angenehme Erfahrungen bringen soll, sollte folgende Eigenschaften haben:

  1. Möglichst rein, Smaragde sind nie so rein wie Diamanten. Sie haben immer leichte Einschlüsse. Wichtig ist, dass die Einschlüsse nicht dunkel sind.
  2. Der Smaragd darf keine Risse haben. Man muss häufig sehr genau mit einer Lupe schauen, um festzustellen, ob ein Einschluss oder ein Riss vorliegt, zumal Smaragde, bevor sie in den Handel kommen, meistens geölt werden, damit etwaige Poren und feine Einschlüsse nicht so sehr sichtbar sind.
  3. Die Farben, ob sehr hell oder dunkel, blau- oder flaschengrün, haben unterschiedliche Wirkungen und auch sehr unterschiedliche Preise. Je dunkler und farbintensiver ein Smaragd ist, desto teurer ist er. Das bedeutet aber nicht, dass seine Wirkung auf den Träger besser ist! Es empfiehlt sich, sich auf seinen Geschmack und auf sein Gefühl zu verlassen (Probetragen!).

Die unterschiedlichen Farbnuancen bei Smaragden weisen auf die verschiedenen Fundorte hin, ebenso die verschiedenen Einschlüsse. Smaragde sind sehr sprungempfindlich. Gefasst werden sie normalerweise in Gold, bevorzugt 900/ooo Gold, weil es am weichsten ist und sich problemlos an den Stein andrücken lässt. Bei manchen Jyotish Empfehlungen wird als Fassungsmaterial Silber verschrieben. Es steht in vielen Schriften, der Merkur hätte einen Charakter sprunghaft wie Quecksilber. Der dem Smaragd entsprechende Wochentag ist Mittwoch. Freitag und Samstag sind befreundeten Planeten zugeordnet (Venus und Saturn).

Ringe mit Smaragd sollten wegen der Sprungempfindlichkeit bei groben Arbeiten abgenommen werden.

Gereinigt wird ein Smaragdschmuck am besten mit heißem Wasser, einer alten Zahnbürste und Spülmittel. Wenn man die Verunreinigungen von der Rückseite der Fassung entfernt, erstrahlt der Stein wieder in seinem alten Glanz.

Der gelbe Saphir

Der gelbe Saphir steht für den Jupiter. Der Jupiter ist männlich und ist der größte Wohltäter. Im Sanskrit heißt der Jupiter Guru, was so viel bedeutet wie Lehrer oder (Lehr-)Meister*, mit all den positiven Eigenschaften eines Lehrers. Er ist rund und freundlich, gibt Gelassenheit, hilft mit Leichtigkeit bei Problemlösungen durch fundiertes spirituelles und konkretes Wissen. Er steht für Religiosität, Glaube, Ehrlichkeit, Weisheit und Hingabe und für Optimismus, nicht aber für Askese, Kasteiung oder Okkultismus. Bei Frauen regiert Jupiter die Ehe und Beziehung zum Ehemann. Geld, Wohlstand und Reichtum werden ebenfalls dem Jupiter zugeordnet.

Ein gelber Saphir, der angenehme Wirkungen ausstrahlen soll, sollte sein:

  1. augenrein,
  2. von blassgelber, zitronengelber Farbe über goldgelb bis cognacfarben,
  3. so gleichmäßig wie möglich gefärbt,
  4. von schönem Glanz und Feuer.

Für Jyotish kommen meist die Größen zwischen 2 und 5 ct in Betracht. Gute gelbe Saphire sind knapp und teuer geworden. Teilweise wird die Farbe des gelben Saphirs durch Erhitzen verbessert. Das hat keinen negativen Einfluss auf die Jyotish Qualität. Das farbgebende Element beim gelben Saphir ist Eisen. Die orangeroten Varietäten des gelben Saphirs heißen Padparadja.

Als Jyotishring gehört der gelbe Saphir an den Zeigefinger. Wer an diesem Finger keinen Ring tragen möchte, sollte sich für einen Anhänger entscheiden. Als Metall für die Fassung wähle man Gelbgold. So wie bei allen Jyotish-Schmuckstücken wird der Stein so gefasst, dass der Stein leicht die Haut berührt.

Der ideale Wochentag zum Fassen eines gelben Saphirs ist der Donnerstag. Die anderen möglichen Tage sind Sonntag, Montag und Dienstag.

* Der Begriff "Guru" (Meister) wird im westlichen Sprachgebrauch oft falsch verstanden. Dass im Handwerk der Lehrherr nicht nur ein Meister ist, der den jungen Menschen in der Ausbildung Fachwissen verleiht, sondern auch Vorbild ist, gerät dabei leider allzu oft in Vergessenheit.

Der Diamant

Der Diamant steht für die Venus. Die Venus ist weiblich, zuständig für Schönheit und Harmonie. Sie steht für die Liebe, bei Männern für die Ehefrau. Im Gegensatz zum Mars, der etwas über die sexuelle Kraft aussagt, ist die Venus mehr für den sexuellen Genuss zuständig. Sie regiert über Luxus und Bequemlichkeit und liebt schöne Fahrzeuge und schöne Kleidung und Schmuck. Da sie auch sensibel und einfühlsam ist und auch für Verfeinerung auf der materiellen Ebene, ist sie der Planet der Künstler.

Die für Jyotish empfohlenen Diamanten haben folgende Eigenschaften:

  1. Lupenrein bis vvs. Vvs bedeutet sehr, sehr kleine Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung (Lupe).
  2. Eine weiße Farbvarietät (es gibt richtig farbige Diamanten, die allerdings dann anderen Planeten stärker entsprechen als der Venus).
  3. Größen von ca. 0,25 ct bis 2,5 ct, Idealerweise ab 1 Karat.
  4. Schliffqualitäten: Die Form muß mindestens eine Symmetrie-Achse aufweisen; der runde Schliff mit 52 Facetten wird Brillantschliff genannt. Der Schliff sollte das Feuer (Farbspiel) und die Schönheit des Steines hervorheben. Es gibt auch sehr schöne Steine im Princess- oder Smaragdschliff, die im Verhältnis zur Größe günstiger sind als Brillanten.

Für die Fassung wird das Metall Silber empfohlen. Da der Diamant ein teurer, unempfindlicher Stein ist, kann er auch in Platin oder Weißgold (Vorsicht bei Nickelallergie) gefasst werden. Freitag ist der Tag der Venus und der richtige Tag, einen Diamanten zu fassen. Befreundet ist die Venus mit Merkur (Mittwoch) und Saturn (Samstag).

Die bekanntesten Fundstätten sind in Südafrika. Heute kommen auch viele Diamanten aus Russland und Australien.

Kurzinformation zur Diamantgraduierung
Diamanten werden nach den berühmten vier "C"s beurteilt:

  • Clarity - Reinheit
  • Colour - Farbe
  • Cut - Schliff
  • Carat - Gewicht (1 Karat sind 0,2g, somit sind 5 ct 1g)

Folgende international anerkannte Organisationen erstellen Diamant-Zertifikate:

  • HRD = hoher Rat für Diamanten, Antwerpen
  • DPL = Diamant Prüflabor Idar-Oberstein (schweißt die Steine nicht ein)
  • IGI = International Gemmological Institute
  • GIA = Gemmological Instute of Amerika

Der blaue Saphir

Der blaue Saphir steht für den Saturn. Der Saturn ist verantwortlich für Langlebigkeit und Tod, Langsamkeit, tiefe spirituelle Erfahrung, Askese, Ernst, Leiden und Traurigkeit. Er ist für Unfälle verantwortlich, für chronische Krankheiten, aber auch für Disziplin, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Gründlichkeit. Er repräsentiert die Autoritätsfigur, die zur Strenge erzieht und Weisheit durch Erfahrung vermittelt. Er ist für körperlich harte Arbeit wie Maurer, Zimmermann oder Minenarbeiter oder den Handel mit Grundbesitz.

Ein angenehmer blauer Saphir sollte sein:

  1. frei von Einschlüssen (augenrein),
  2. möglichst gleichmäßig gefärbt,
  3. von ansprechendem Glanz.

Für Jyotish kommen meist Größen von 2 bis 4 Karat in Betracht. Es gibt sehr helle lichte Qualitäten über intensiv blau bis dunkelblau und blauschwarz, die im Preis sehr unterschiedlich sind. Da die unterschiedlichen Farben etwas unterschiedliche Wirkungen haben, empfiehlt sich, nach dem eigenen Gefühl zu gehen und den Stein ca. eine Woche lang probezutragen. Blauer Saphir ist der Stein, der die stärksten Negativreaktionen hervorrufen kann. Es empfiehlt sich, den Stein, bevor er gefasst wird, auf sich wirken zu lassen (Probetragen). Das Metall, das dem Saturn zugeordnet ist, ist Eisen. Manchmal "verschreiben" Jyotish Gelehrte sogar Eisenringe. Ein blauer Saphir wird in weißem Metall gefasst, entweder Silber oder Weißgold oder Platin.

Da ein Ring mit blauem Saphir auf dem Mittelfinger getragen werden soll und der Stein relativ unempfindlich ist, ist er dafür gut geeignet.

Gefasst und das erste Mal getragen wird der blaue Saphir an einem Samstag. Zum Fassen kommen auch die Tage Mittwoch und Freitag in Betracht.

Hessonit und Katzenauge

Hessonit (Gomed) steht im Sanskrit für den Rahu, Katzenauge für den Ketu. Die beiden sind der auf und absteigende Mondknoten.

Rahu ist der Ergreifer der Leidenschaft. Er strebt nach weltlichem Erfolg und Ruhm, ist aber auch für Dumpfheit verantwortlich. Hessonit, der auf Rahu ausgleichend wirkt, sollte folgendermaßen beschaffen sein:

  1. Honiggelbe bis hellbraun-orange Farbe bei gleichmäßiger Farbverteilung (wer einmal eine Mondfinsternis gesehen hat, weiß wie idealerweise ein Rahustein aussehen sollte).
  2. Ab ca. 2 ct.
  3. Schöner, klarer Glanz.
  4. Frei von Einschlüssen.

Der Hessonit ist eine Varietät des Granats. Ein Schmuckstück mit einem Hessonit sollte an einem Samstag gefasst werden oder wie der blaue Saphir an einem Mittwoch oder Freitag. Der dem Rahu entsprechende Finger ist der Mittelfinger.

Ketu ist für Heimlichkeiten, im positiven auch für Spiritualität und Erleuchtung zuständig. Er bewirkt gute Intuition und Hellsichtigkeit und die Mobilisierung natürlicher Heilkräfte. Im Gegensatz zu Rahu, der sich von weltlichen Qualitäten angezogen fühlt, zieht es den Ketu in die Askese und der damit verbundenen Verwirklichung der spirituellen Fähigkeiten. Katzenauge sollte:

  1. mindestens 1 ct haben,
  2. klar chatoisieren (so nennt man den Katzenaugeneffekt, der durch eingeschlossene Hohlkanäle zustande kommt),
  3. eine Grundfarbe von gräulich, gelblich, grünlich oder bräunlich besitzen (sollte als angenehm empfunden werden).

Nur das Chrysoberyll Katzenauge ist das echte Katzenauge und darf diesen Namen ohne einen Zusatz tragen. Die anderen chatoisierenden Steine müssen mit ihrem vollständigen Steinnamen angegeben werden, z.B. Turmalinkatzenauge oder Quarzkatzenauge.

Ein Schmuckstück mit einem Katzenauge wird idealerweise am Dienstag gefasst. Als Finger kommt für das Tragen der Ringfinger in Betracht.



 

Schmuckgestaltung im Jyotish

Bei einem Jyotish-Schmuckstück steht die Steinfassung im Mittelpunkt. Unabhängig vom Design des Schmuckes besteht die Fassung unter handwerklichen Gesichtspunkten aus zwei Teilen: der Auflage und der Fassung. Der zu fassende Stein liegt rundherum gleichmäßig auf der Auflage. Für ein Jyotish Schmuckstück muss die Auflage außerdem so gearbeitet werden, das der Stein gerade eben die Haut berührt. Er soll, wenn möglich Hautkontakt haben, aber darf nicht den Finger drücken oder gar stechen. Die eigentliche Fassung, also der Teil, der den Stein nach oben hin festhält, besteht aus nicht zu dickem Material und muss genau um den Stein herum passen. Das Metall dafür darf nicht zu hart sein, damit kein Druck auf den Stein ausgeübt wird. Es empfiehlt sich die Verwendung von Gold 750/ooo oder Gold 900/ooo oder Sterlingsilber (es hat einen Feingehalt von 925/ooo). Diese Metalle haben sowohl günstige Verarbeitungs- als auch Trageeigenschaften. Gold 900/ooo ist für den eigentlichen Fassungsrand und für Anhänger. Für die Ausführung von zarten Ringen ist Gold 900/ooo zu weich. Die Ringe könnten leicht verbiegen. Da im Jyotish die Steine sehr unterschiedlich in der Größe, Form und Höhe sind, muss jede Fassung einzeln entsprechend dem Stein vom Goldschmied angefertigt werden.

Bevor ein Stein gefasst wird, muss das Schmuckstück fertig sein und vorpoliert werden. Es kann neben einem gefassten Stein später nicht mehr gelötet werden. Möchte man einen Schmuck mit einem Stein später durch einen weiteren ergänzen, sollte das bei der Planung des Stückes berücksichtigt werden. So kann zum Beispiel ein Anhänger mit einer verdeckten Öse für einen weiteren Edelstein versehen werden, ohne dass das Schmuckstück unvollständig erscheint. Bei der Anfertigung eines Ringes könnte man den Ring so gestalten, dass später ein zweiter Ring neben dem ersten getragen werden kann.

Für das Design des Jyotish-Schmuckstückes gilt: Es muss dem Träger gefallen! Lange gefallen! Da ein Jyotish-Schmuckstück fast immer getragen wird, empfiehlt sich, das Stück nicht zu zart zu gestalten, damit es der täglichen und nächtlichen Beanspruchung standhält.

Wo, ob als Anhänger oder als Ring an einem bestimmten Finger und wann das Jyotish Schmuckstück das erste Mal getragen werden soll, wird vom Jyotish-Pandit (Vedischer Astrologieexperte) empfohlen. Im allgemeinen entsprechen die Empfehlungen den in der obigen Tabelle aufgezeichneten Standard-Empfehlungen. Für den Goldschmied ist wichtig zu wissen, an welchen Tagen ein Stein zu fassen ist. Die Auswahl des richtigen Tages zum Fassen des Steines unterstützt optimal die gute Wirkung des Schmucks, da an diesen Tagen die Naturgesetze der jeweiligen Steine besonders lebendig sind.

Da der gesamte Bereich des Jyotish so komplex und vielschichtig ist, ist es entscheidend, einen Jyotish-Fachmann zu haben, der aufgrund der genauen Geburtsdaten (Datum, Uhrzeit und Geburtsort), einer eventuellen Geburtszeit-Korrektur und seiner Erfahrung eine präzise und richtige Empfehlung geben kann. Durch das Ausprobieren (Probetragen) eines Steines merkt man schon innerhalb weniger Tage, ob einem der Stein gut tut. Es sollte schon beim Anschauen des Steines das Gefühl von Sympathie und Freundschaft hervorgerufen werden.


Astrid Reick, Jyotish-Goldschmiedin aus Hamburg
Tel. 040 - 6032081, Mobil 0160 - 5444884, Fax 040 - 6032165, E-Mail AstridReick (ϑ) web.de
www.veda-schmuck.de

Siehe auch: Themenportal Jyotish (Vedische Astrologie)

Quelle: Bilder © Astrid Reick


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Weisheit des Augenblicks
Alles ist Veränderung in der Welt der Sinne aber unveränderlich ist der höchste Herr der Liebe. Meditiere über ihn, sei von ihm verschluckt, erwache aus diesem Traum des Getrenntseins. - Shvetashvatara Upanishad

 

Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 


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