Silberjubiläum der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda

Von Annette Sand.

Dr. Bauhofer (DGA), Dr. Shrivastava (MAPI),  Dr. Triguna (Präsident All India Ayurvedic Congress) - Foto © Annette & Jochen Sand
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Dr. Bauhofer (DGA), Dr. Shrivastava (MAPI),  Dr. Triguna (Präsident All India Ayurvedic Congress)
Vor 25 Jahren, als der Begriff Ayurveda im Westen noch weitgehend unbekannt war, gründete eine Gruppe deutscher Ärzte, die zusätzlich in Ayurveda, der Wissenschaft vom Leben, ausgebildet waren, die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda (DGA) als erste ayurvedische Gesellschaft außerhalb Indiens weltweit. Vom 21. bis 24. Mai 2008 feierte die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda in Bad Ems nun ihr 25jähriges Bestehen. Der Marmorsaal der Kurstadt Bad Ems, in dem sich schon Kaiser und Zaren aufgehalten haben und das Kurhotel Häcker’s bildeten den würdigen Rahmen der Veranstaltungen.

Während der ersten beiden Tage fanden sowohl Einsteiger- als auch Fortgeschrittenenkurse für Ärzte und Heilpraktiker in der indischen Kunst der Pulsdiagnose statt, die von dem führenden Experten in ayurvedischer Pulsdiagnose, Dr. Jaya ­Ramanuja Raju aus Indien, geleitet wurden, der zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder einen derartigen Kurs im Westen leitete. Für Nichtmediziner fand ebenfalls ein Pulsdiagnosekurs statt, durchgeführt von Dr. Karin Pirc, der ärztlichen Leiterin der Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems, die vor zwei Jahren die Auszeichnung „Bester Ayurvda-Arzt 2006“ verliehen bekommen hatte (Vedamagazin berichtete). Parallel dazu unterrichtete Jadranko Miklec aus Kroatien Therapeutischen Yoga.

Die Höhepunkte der Feierlichkeiten fanden am Samstag, den 24. Mai, statt. Zunächst eröffnete der Präsident der DGA, Dr. Ulrich Bauhofer, die wissenschaftliche Tagung zum Thema „Möglichkeiten der Synergie von moderner Medizin und Ayurveda“. Danach hieß der Bürgermeister von Bad Ems die Teilnehmer aus aller Welt „als gern gesehene Gäste“ willkommen und erinnerte an die lange Tradition der Kurstadt Bad Ems im Bereich der Naturheilkunde.

Dr. Raju auf dem Weg zur Bootsfahrt - Foto © Annette & Jochen Sand
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Dr. Raju auf dem Weg zur Bootsfahrt
Der Generalkonsul der Indischen Regierung in Frankfurt, Herr Ajit Kumar, drückte seine Freude über die Verbreitung des Ayurveda in Deutschland und die generell sehr gute Zusammenarbeit beider Länder in den verschiedensten Bereichen aus. David Langner, Mitglied des Landtags von Rheinland Pfalz und des Stadtrats von Koblenz, betonte das offensichtliche Bedürfnis der Menschen nach innovativen Alternativen im Gesundheitswesen, das sich unter anderem auch im Erfolg der Ayurveda Privatklinik Bad Ems zeige. Der Präsident der DGA, Dr. Ulrich Bauhofer, erläuterte in seinem Vortrag die Entstehung des Ayurveda und wies auf das große Verdienst von Maharishi Mahesh Yogi hin, der im Ayurveda den Bezug zur Basis im Unmanifesten wiederhergestellt und dadurch das Verständnis für die eigentliche Bedeutung des Ayurveda als Schnittstelle zwischen dem unmanifesten Veda und dem manifesten Leben (Ayus) wieder geweckt habe, das lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Er definierte Gesundheit als das Resultat einer lebendigen Beziehung zwischen Veda und Ayus d.h. zwischen Geist und Materie oder zwischen der Ganzheit und ihren Teilen. Dieses Wissen sei das ganz große Geschenk Indiens an die Welt.

Es folgten Beiträge von zwei Ärzten der Paracelsus-Klinik Bad Ems, Dr. Schwartzkopff und Dr. Reisinger, die über ihre praktische Arbeit in der Kardiologie und die Gesundheitsrisiken berichteten, die zu koronaren Herzerkrankungen führen. Anschließend berichtete Frau Dr. Pirc über ihre Arbeit in der Ayurveda Privatklinik Bad Ems. Dr. Przuntek referierte über Morbus Parkinson und die Bedeutung von Toxinen. Er drückte seine Überzeugung aus, dass Morbus Parkinson durch ayurvedische Methoden schon in einem viel früheren Stadium erkannt und behandelt werden könne und wies darauf hin, dass dieses Krankheitsbild im Ayurveda schon seit mindestens 2000 Jahren bekannt sei. Der Pharmakologe Prof.Dr. Ammon sprach über seine Forschung zu dem im Ayurveda als Medikament bekannten Weihrauch. Dr. Schäffler erläuterte die Geschichte des Ayurveda in Indien und Europa.

Foto: pixelio.de - © battman
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Bad Ems, Heilbad an der Lahn
Im zweiten Teil der Tagung standen Vorträge von internationalen Gästen sowie von Ärzten der DGA auf dem Programm. Dr. Gerry Bodecker, der u.a. für die WHO und die Oxford University tätig ist, berichtete über seine Arbeit zur Erforschung von traditioneller und Komplementärmedizin und wies darauf hin, dass sich in der medizinischen Versorgung weltweit mehr Menschen der traditionellen Medizin anvertrauen, als der modernen Schulmedizin. Dr. Doraj Raja, der als Berater des Gesundheitsministers in Malaysia fungiert, referierte über die lange ayurvedische Tradition seines Landes und darüber, wie stark der Ayurveda auch heute wieder in das Gesundheitssystem des Landes integriert sei. Anschließend sprachen zwei Mitglieder des Vorstandes der DGA. Dr. Schachinger berichtete aus seiner Praxis als Ayurveda-Arzt und Dr. Schrott stellte die von ihm geleitete Deutsche Ayurveda Akademie vor, die Ärzten Fortbildungskurse in ayurvedischer Medizin anbietet.



Den Ausklang des Tages bildete ein feierliches Gala Diner mit einer Fülle an ayurvedischen Köstlichkeiten, das eingerahmt wurde durch Grußworte des Vorsitzenden des All India Ayurveda Congress, Dr. Devendra Triguna und des Direktors der Firma Maharishi Ayurveda Products India, Dr. Anand Shrivastava. Abschließend ließen sich die Gäste durch eine Darbietung der in Indien ausgebildeten Tänzerin Gudrun Maertens verzaubern, die die Tagungsteilnehmer in das Land des Ayurveda, nach Indien, entführte.

Die aus allen Teilen Deutschlands und der Welt (aus Holland, Großbritannien, Italien, Dänemark, Brasilien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Spanien) angereisten 120 Besucher der Feierlichkeiten, zeigten sich von der Tagung begeistert, knüpften vielfältige Kontakte und konnten am Ende viele wertvolle neue Erkenntnisse, Anregungen und Informationen mit nach Hause nehmen.

Die Veranstaltung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Verbreitung des Ayurveda im Westen und in der Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Menschen dar. Das Symposium hat durch das Aufzeigen der Synergieeffekte zwischen moderner Medizin und Ayurveda die Richtung vorgegeben, in die die Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda in Zukunft gehen werden, nämlich der Öffentlichkeit klar zu machen, dass Ayurveda weit mehr ist als Wellness und Ölmassagen und ein ungeheures Potenzial besitzt. Der Ayurveda ist eine ernstzunehmende, jedoch auch vergleichsweise kostengünstige Heilmethode und stellt von daher eine wirkungsvolle Maßnahme zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen dar.

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Ayurveda

Dieser Zweig des Vedischen Wissens befasst sich mit der Gesundheit und zielt auf ein langes, gesundes Leben, frei von Einschränkungen und Problemen. Wörtlich bedeutet Ayurveda "Wissen vom langen Leben". Dabei umfasst diese Wissenschaft sowohl das Diagnostizieren und Heilen von Krankheiten, als auch eine gesunde und ausgewogene Ernährungs- und Lebensweise. Die sehr natürlichen Anwendungen des Ayurveda basieren auf einem umfassenden System, das alle Lebensaspekte und deren Zusammenhänge berücksichtigt. ...

 

 

Yoga

Sinngemäß heißt Yoga "Vereinigung", "Integration" oder "Einheit", was bedeutet, dass der Yoga ausübende (Yogi) damit einen Weg zum völligen Einssein mit der Welt beschreitet. Die im Westen bekannteste Yoga-Disziplin der Asanas, beschreibt Übungen (Körperstellungen), die der Geist-Körper-Integration dienen. Eine weitaus grundlegendere Yoga-Technik ist die Meditation; darüber hinaus beschreibt Yoga Wege zum Erlangen "übernatürlicher" Fähigkeiten (Sidhis), wie z.B. der Levitation.

 

 

Maharishi Mahesh Yogi

Maharishi Mahesh Yogi (1917-2008), Vedischer Gelehrter aus Indien und Begründer der Transzendentalen Meditation, gilt als bedeutender Wissenschaftler im Bereich des Bewusstseins. 1955 stellte Maharishi der Welt die Transzendentale Meditation vor, die inzwischen weltweit von Millionen Menschen praktiziert wird. Für seine Erneuerung des uralten Wissens des Veda und dessen Systematisierung in einer wissenschaftlichen Struktur erwarb er in aller Welt großes Ansehen. Damit hat er den Nutzen des Vedischen Wiss...

 

 

Veda

Wissen. Das uralte, zeitlose Menschheitswissen der Veden, wurde in Indien über Jahrtausende hinweg - erst mündlich in Versform, später auch in Schriftform - überliefert. Vedisches Wissen wurde in den letzten Jahrzehnten auch im Westen zugänglich gemacht und übt hier einen wachsenden Einfluss aus. Zu den bekanntesten der zahlreichen Vedischen Wissensgebiete zählen Ayurveda, Meditation, Yoga, Vastu (Architektur), Jyotish (Astrologie). Die Gesamtheit Vedischen Wissens ("der Veda") umfasst nahezu alle Bereic...

 

 

Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 

 

Raga

"Klangpersönlichkeit", melodische und rhythmische Grundstruktur in der klassischen indischen Musik *)

 

 

Bhajan

Bhajans sind die in Indien allgegenwärtigen spirituellen Volkslieder, mit denen die Verehrung für verschiedenste Devata (Gottheiten) ausgedrückt wird.

 

 

Gandharva

Soma-bereitende Licht-Gottheit; musizierende Apsara-Gefährten; siehe auch Gandharva-Veda *)

 

 

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