Vedische Wissenschaft kennt die Planck-Länge

Von Dr. Heinz A. Krug

Was ist diese ominöse Planck-Länge?

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Der Raum als Schöpfung des Einheitlichen Feldes; hier: der Helixnebel im Sternbild Wassermann, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop
Es ist die kleinste Länge, die physikalisch sinnvoll ist. Sie ist 1.61624x10-35m. (siehe: Planck-Einheiten).

Die Astronomie geht heute davon aus, dass der leere Raum (Weltraum) etwas Erschaffenes ist. Er ist also nicht von vornherein vorhanden, sondern wird als ein erster Schöpfungsakt geschaffen. Von wem? Vom Einheitlichen Feld. Aus was? Aus dem Einheitlichen Feld in seinem „raumlosen“, d.h. unmanifesten Zustand. Einige der neuesten einheitlichen Feldtheorien wie z.B. die Schleifenquantengravitation gehen davon aus, dass dieser so erschaffene Raum nun nicht beliebig klein teilbar ist, sondern eine kleinste Entfernung besitzt. Diese kleinste Entfernung ist die Planck-Länge. Der Physiker Max Planck entdeckte sie bei mathematischen Spielereien mit den physikalischen Elementarkonstanten im Jahr 1899.

Raumatome?

Die Vedische Wissenschaft bezeichnet diese kleinste Entfernung des leeren Raumes nun als „Raumatome“. Das ist eine ganz sinnvolle Bezeichnung, weil zwischen diesen Raumatomen kein weiterer Raum existieren kann. Der leere Raum wäre demgemäß also wie ein Gitter von Raumatomen aufgebaut und zwischen diesen Raumatomen gibt es nichts, d.h. wirklich gar nichts, nicht einmal leeren Raum.

Schleifen-Quanten-Gravitation

Das ist ein Sammelbegriff für einige der aussichtsreichsten Theorien des Einheitlichen Feldes. Sie gehen im Gegensatz zu Stringtheorien von einem Prozess der Raumerzeugung aus. Der Schöpfungsprozess des leeren Raumes ist dabei der erste Akt des Einheitlichen Feldes. Warum bezeichne ich die Schleifen-Quanten-Gravitationen als aussichtsreich? Weil sie a) von einem Raummodell ausgehen, das als korrekt nachgewiesen wurde, dem Raum der Allgemeinen Relativitätstheorie, den Albert Einstein im Jahr 1915 beschrieben hat; b) Weil sie prinzipiell beweisbar sind und daher irgendwann einmal die Chance haben, als gesicherte physikalische Theorien anerkannt zu werden.

Und die Stringtheorien?

Die so viel gerühmten Stringtheorien gehen leider nur von einem bereits vorhandenen Raumgefüge aus, das zwar durch den Big-Bang erweitert wird, jedoch seiner Natur nach irgendwie schon immer vorhanden war. Es fehlt also der ganz klare Schöpfungsprozess des leeren Raums. Außerdem gehen die Stringtheorien von einem Raum der Speziellen Relativitätstheorie aus, die keine Raumverbiegungen und daher auch nicht die Identität von Gravitation und Raumkrümmung kennt. Dieser Mangel lässt sich leider auch nicht durch Einführung von Gravitonen, bzw. Gravitinos lösen. Ähnliche Erklärungsversuche sind bereits kurz nach Entdeckung der Allgemeinen Relativitätstheorie kläglich gescheitert. Raumkrümmung und Zeitkrümmung lassen sich einfach nicht mit Elementarteilchen weg erklären, sie müssen als räumliche Basis jeder aussichtsreichen „Theorie von Allem“ angenommen werden. Ohne diesen Ansatz bleibt die mit der Raum-Zeit-Krümmung eng verbundene Gravitation einfach nicht korrekt erklärbar. Wer also Gravitationstechniken verstehen möchte, sollte den tatsächlich vorhandenen physikalischen Raum korrekt verstehen und mit einem passenden mathematischen Raum korrekt beschreiben (exakt: Lorentzian manifold of signature (3,1) anstelle von Minkowski space).

Was hat die Vedische Wissenschaft damit zu tun?

In der Vedischen Wissenschaft wird das Einheitliche Feld als Brahm bezeichnet. Dieses Brahm erschafft - in einem ersten Schöpfungsakt der materiellen Welt - das Akash, d.h. den leeren, physikalischen Raum, einen Raum voller potentieller Energie. Die Vedische Wissenschaft erklärt aber nicht nur das Materielle, Objektive (Materie/Energie), sondern auch das Geistige, Subjektive (Seele/Geist/Spiritualität). In diesem Zusammenhang erklärt der verehrungswürdige Weise Shankara (der als eine Inkarnation von Shiva betrachtet wird) in einem berühmten Kommentar die Brahm-Sutras des Rishi Vyasa. Als Autorität lässt er dabei nur die direkte Erfahrung früherer Rishis gelten, die im Veda und Vedanta aufgezeichnet wurden. Zum Vedanta zählt er auch die Upanishaden. In seiner Erklärung zum Brahm-Sutra (2.3.29), in dem es um die Größe der individuellen Seele (Jiva) geht, zitiert Shankara die Svetasvatara-Upanishad (5.9)
„Spalt’ hundertmal des Haares Spitze
Und nimm davon ein Hundertstel,
Das wisse als der Seele Größe,
Und sie wird zur Unendlichkeit.“
Außerdem zitiert er die Svetasvatara-Upanishad (5.8)
„Durch Eigenschaft der Buddhi und des Leibes Groß einer Ahle Spitze scheint der Andre.“
Schön klein, könnte man meinen. Aber dies ist nicht bloß eine gigantische Übertreibung, sondern hier haben wir einen exakten Hinweis auf die Planck-Länge. Warum?

Rechnerischer Nachweis der Planck-Länge in den Upanishaden

Rechnen wir doch mal mit. Wie dünn ist ein Haar? Die dünnsten Haare haben einen Durchmesser von 0.04 mm (siehe: Haar). Wenn wir nun ein Haar spalten, dann natürlich der Länge nach, denn ein bloßes Kürzerschneiden eines beliebig langen Haares würde ja zu keiner einheitlichen Maßeinheit führen.

Haar Haar Haar Haar Haar
Haar 1-mal 2-mal 3-mal 4-mal

So könnte man ein Haar spalten. Es ist jeweils der Querschnitt eines ideal runden Haares zu sehen. Mit jeder Spaltung wird die Querschnittsfläche etwa halbiert. Je öfters man spaltet, umso deutlicher spaltet man von einem Quadrat ein halb so großes Rechteck ab und von diesem Rechteck dann wieder ein halb so großes Quadrat.

Die Vedische Formel im ersten Ansatz

Nun, nehmen wir doch einmal die Vedische Wissenschaft beim Wort:
„Spalt’ hundertmal des Haares Spitze“
Die Querschnittsfläche des Haares wird bei jeder Spaltung halbiert. Dabei spalten wir dann 50 mal in der Breite und 50 mal in der Höhe (des gezeichneten Querschnitts). Damit wird dann die Breite ½ · ½ · ½ · ½ · ½ · .......... · ½ · ½ · ½ · ½ , insgesamt 50 mal. Das lässt sich auch schreiben als (½)50. Das ist eine Verkleinerung von 8.88 x 10-16. Um diesen Faktor kleiner ist die Breite eines derart gespaltenen Haares im Vergleich zur Haaresbreite von 0.04 mm. Das Endergebnis wäre damit eine Breite von 3.55 x 10-20m. Ein interessantes Ergebnis. Es entspricht etwa dem Durchmesser eines Quarks, dem kleinsten Materiebaustein. Das ist aber noch weitaus größer als die Planck-Länge!
Feldionemikroskopbild einer Wolframspitze - Foto © public domain aus Wikipedia
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Feldionemikroskopbild einer Wolframspitze

Nun gut, wir müssen hier die Upanishaden noch viel genauer beim Wort nehmen. Es steht ja nicht da, ein Haar zu spalten, sondern die Spitze eines Haares. Wo beginnt die Spitze eines Haares? Hier gibt die zweite Upanishadenstelle einen Hinweis:
„Groß einer Ahle Spitze scheint der Andre.“
Wie groß ist die Spitze einer Ahle (bzw. Nadel) aus Metall? Das erinnert einen Physiker doch sofort an die Wolfram-Einkristall-Spitzen. Diese sind exakt ein Wolfram-Atom groß.

Eines Haares Spitze

Also wie groß ist dann eines Haares Spitze? Etwa genauso groß wie einer Ahle Spitze, nämlich ein Atom dick. Alles, was aus mehreren Atomen besteht, kann man eigentlich noch nicht die feinste Spitze nennen. Ja sogar das einzelne Atom kann man noch nicht die Spitze nennen. Die Spitze ist tatsächlich das äußerste materielle Teilchen am letzten Atom des Festkörpers. Dies wäre das äußerste Elektron des Objekts.

Mit diesen neuen Erkenntnissen müssen wir einen Teil unserer Rechnung nochmals durchführen. Wie groß ist ein Elektron am Ende der Nadel oder an der Spitze des Haares? Etwa 10-18m. Dies wäre also zu multiplizieren mit unserem obigen Teilungsergebnis der 100-maligen Spaltung nämlich 8.88 x 10-16. Damit wären wir dann bei 8.88 x 10-34m.
„Und nimm davon ein Hundertstel,“
Das ergibt dann 8.88 x 10-36m als Ergebnis der Vedischen Formel.
Im Vergleich dazu nochmals die Planck-Länge: 1.61624x10-35m.

Ergebnis: Die Vedische Wissenschaft kennt die Planck-Länge

Die Vedische Formel ist also bis auf einen Faktor 2 genauso groß wie die Planck-Länge und dieser Faktor könnte sich auch noch mit einer gewissen Ungenauigkeit des heutigen Kenntnisstands vom Elektronendurchmessers erklären lassen.

Was kommt jenseits der Planck-Länge?
Foto: Wikipedia Commons - © S.Vidyasankar
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Adi Shankara (etwa 788–820),
der große Erneuerer der Vedischen Tradition
„Das wisse als der Seele Größe,
Und sie wird zur Unendlichkeit.“
Shankara erklärt, dass es sich hier nur um die Größe der Upadhis handelt.

Upadhis sind Zufügungen zur eigentlichen Seele (Atma). Diese eigentliche Seele ist mit dem raumlosen Brahm identisch. Nach dem Erkennen der kleinsten Raumeinheit tut sich die Unendlichkeit auf. Diese hinter dem kleinsten Raum liegende Unendlichkeit ist die Größe der Seele. Die kleinsten Raumeinheiten sind lediglich Zufügungen, also eine Art von Unwissenheit, die der Seele vorgaukeln, dass sie nicht unendlich sei. Sobald diese Upadhis lokalisiert und überschritten sind, entsteht ein glorreicher, nicht mehr umkehrbarer Bewusstwerdungsprozess. Die Seele erkennt ihre wahre Größe. Sie ist identisch mit dem Einheitlichen Feld.

Shankara beschreibt es wunderbar in seinem Kommentar zu Brahm-Sutra (2.3.6) mit Zitaten aus den Upanishaden:
„Dieses Weltall ist, was diese Seele ist.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 2.4.6)
„Fürwahr, von wem der Atma (Seele) gesehen,
gehört, verstanden und erkannt worden ist,
von dem wird diese ganze Welt gewusst.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 4.5.6)
Und weiter in Shankaras Kommentar zu Brahm-Sutra (2.3.17):

Die Ewigkeit der Seele aber folgt aus der Schrift und ebenso ihre Unentstandenheit und Unerschaffenheit, sowie auch, dass das unerschaffene Brahm selbst in Gestalt der individuellen Seele besteht, und dass diese ihrem Wesen nach Brahm ist. Steht es aber so mit ihr, so ist eine Entstehung derselben unmöglich. Und welches sind jene Schriftstellen?
„Nicht aber stirbt das Leben.“
(Chandogya-Upanishad 6.11.3)
„Fürwahr, dieses große, ungeborene Selbst
ist nicht alternd, ... unsterblich, furchtlos,
ist das Brahm.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 4.4.25)
„Nicht wird geboren oder stirbt der Weise.“
(Kathaka-Upanishad 2.18)
„Beharrend, ewig, ungeboren ist der Alte.“
(Kathaka-Upanishad 2.18)
„Nachdem er dieses erschaffen,
ging er in dasselbe ein.“
(Taittiriya-Upanishad 2.6)
„Ich will mit diesem lebenden Selbste
in sie eingehen und auseinanderbreiten
Namen und Gestalten.“
(Chandogya-Upanishad 6.3.2)
„In sie ist jener eingegangen
bis in die Nagelspitzen hinein.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 1.4.7)
„Das bist Du.“
(Chandogya-Upanishad 6.8.7)
„Ich bin Brahm.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 1.4.10)
„Diese Seele ist das Brahm, die allvernehmende.“
(Brihadaranyaka-Upanishad 2.5.19)
Und Shankara, der Befreier, sagt dazu:

„Diese und andere Schriftstellen bezeugen die Ewigkeit und verneinen die Entstehung der individuellen Seele. “


Autor: Dr. Heinz A. Krug

Dr. Heinz A. Krug  Dr. Heinz A. Krug ist Vedischer Wissenschaftler und Elektroingenieur.

Während seiner ersten Karriere erfand er eine neue Methode für den Bau elektronischer Schaltkreise ("Field Programmable Gate Arrays"), auf welcher inzwischen 15% aller Computerchips basieren. Heute ist er Vedischer Astrologe und ein führender Experte für die Berechnung exakter Geburtszeiten (detaillierte Vita).

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Brahman

Kosmische Weltseele in den Upanishaden und in der Vedanta-Philosophie. *) Der individuelle Aspekt der Weltseele wird als Atma bezeichnet.

 

 

Rishi

Vedischer Seher. Die Vedische Literatur sieht ihren eignen Ursprung nicht in empirischer Wissensgewinnung, sondern in der inneren Schau erleuchteter Weiser (Rishis).

 

 

Vedanta

"Vollendung des Veda", wichtigste Richtung der Vedischen Philosophie. *)

 

 

Upanishaden

Vedische Schriftensammlung.

 

 

Brahma-Sutra

Schriften der Vedischen Tradition, auch als Vedanta-Sutra bezeichnet.

 

 

Jiva

Die Seele, das unsterbliche individuelle Selbst.

 

 

Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 


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