Ausstellung im Museum Rietberg (Zürich), 29. Juni – 28. September 2008
![]() Foto © Rainer Wolfsberger Rama, Sita und Lakshmana kleiden sich für das Exil ein (1775/80, Pahari-Region, Himachal Pradesh) Eine poetische Ausstellungsarchitektur erlaubt es den Besuchern, in die Welt des Ramayana einzutauchen und sich zu den wichtigsten Schauplätzen des Epos zu begeben. Als ob man selbst Teil der Geschichte würde, folgt man der in sieben Büchern angelegten Erzählung und erlebt, wie Ramas geliebte Frau Sita von einem Dämonen entführt wird. Mit Hilfe einer Armee von Waldtieren, insbesondere unterstützt vom Affen Hanuman, gelingt es Rama, sie zurückzuerobern und an seinen Geburtsort zurückzukehren, wo er lange Zeit als gerechter König herrscht. Die indischen Maler haben sich von der erzählerischen Kraft und dem schillernden Detailreichtum des Ramayana begeistern lassen. Daraus sind umfangreiche Bildserien entstanden, welche Episode um Episode visualisieren. Die kleinformatigen und höchst kostbaren Werke legen Zeugnis ab von den unterschiedlichen Traditionen und Stilentwicklungen der indischen Malerei. Bemerkenswert ist auch die genaue Textkenntnis der Künstler, die sich an der präzisen Umsetzung des Epos in die Malerei ablesen lässt. Die indischen Meister, die in Familienwerkstätten organisiert oder in Ateliers an den Residenzen der Mogul-Kaiser und Maharajas arbeiteten, schufen eine höchst verfeinerte Pigmentmalerei. Die Papierblätter waren selten in Manuskripten gebunden, sondern wurden lose in Bündeln aufbewahrt, die man zum Betrachten hervornahm und öffnete. Ramayana-Bildfolgen waren wertvolle Prestigeobjekte, deren ästhetische Qualitäten von Kunstkennern hoch geschätzt wurden. Zudem galten sie als bedeutende religiöse Werke. Dies wohl auch deshalb, weil Rama als Inkarnation des Gottes Vishnu, des Erhalters der Welt, aufgefasst und wie dieser mit blauer Hautfarbe dargestellt wird. ![]() Foto © Rainer Wolfsberger Die Asketen bitten Rama um Schutz (1775/80 Pahari-Region, Himachal Pradesh) Zu den prunkvollsten Exponaten der Ausstellung gehören vier Folios aus einem unter dem Moghul-Kaiser Akbar (reg. 1556–1605) ins Persische übersetzten Ramayana. Dieses Werk wurde von den angesehensten Malern der damaligen Zeit für die Mutter des Kaisers hergestellt und zeigt beispielhaft die Verschmelzung persischer und indischer Malerei. ![]() Foto © Rainer Wolfsberger Hanuman springt über den Ozean (ca. 1720, Pahari-Region, Himachal Pradesh) Quelle: Museum Rietberg |
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Weisheit des Augenblicks Das Unsterbliche wird von der Welt verschleiert. Der Geist des Lebens ist das Unsterbliche. Name und Form ist die Welt und durch sie wird der Geist bedeckt. - Brihadaranyaka Upanishad
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