„Deutsches Stonehenge“ in Sachsen-Anhalt entdeckt

Schlüsselfund für das dritte vorchristliche Jahrtausend

Rekonstruktion einer anderen hölzernen Kreisgrabenanlage aus Sachsen-Anhalt: das Sonnenobservatorium von Goseck ist das weltweit älteste bekannte Henge-Monument - Foto © public domain (Wikimedia Commons, user Wikipedia-ce)
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Rekonstruktion einer anderen hölzernen Kreisgrabenanlage aus Sachsen-Anhalt: das Sonnenobservatorium von Goseck ist das weltweit älteste bekannte Henge-Monument
Archäologen haben nahe dem Ort Pömmelte-Zackmünde (bei Magdeburg) einen aufsehenerregenden Fund gemacht. Der Forschungsleiter Francois Bertemes von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sieht in der prähistorischen Anlage einen Schlüsselfund für das dritte vorchristliche Jahrtausend. Die etwa 4250 Jahre alte Kultstätte wird bereits mit der berühmten Anlage von Stonehenge verglichen und soll für die Wissenschaft einen ähnlichen Stellenwert haben, wie die ebenfalls in Sachsen-Anhalt entdeckte, gut 600 Jahre jüngere Himmelsscheibe von Nebra.

Luftbildarchäologen entdeckten die Umrisse bereits vor mehreren Jahren und vermuteten anhand des Aussehens, auf eine bronzezeitliche Kreisgrabenanlage gestoßen zu sein. Als Ergebnis einer 2005 durchgeführten Probegrabung konnte die Anlage in den Zeitraum zwischen Endneolithikum und Frühbronzezeit datiert werden. Da sich die Fundstelle von Pömmelte-Zackmünde als besonders erkenntnisreich erwies, wurde sie zum Objekt einer genaueren Erforschung.  Bei ersten Grabungskampagnen konnte ein mehrfach konzentrisch kreisförmiger Aufbau der Anlage aus Pfostenringen, Palisade, Segmentgraben und Kreisgraben mit vorgelagertem Wall dokumentiert werden. Sie datiert in das letzte Drittel des 3. Jahrtausends v. Chr. und erbrachte Funde, welche den großen Kulturen des Endneolithikums und der frühen Bronzezeit (Schnurkeramik/Einzelgrabkultur, Glockenbecherkultur, Aunjetitzer Kultur) zuzuordnen sind.


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Zahlreiche Befunde belegen eine Nutzung des Rondells als Ort für rituelle Handlungen. Zu nennen sind beispielsweise Deponierungen von Keramik, Steinbeilen, tierischen und menschlichen Knochen sowie einzelnen Menschenschädeln in Schachtgruben, welche im Kreisgraben eingetieft wurden. Hinsichtlich ihrer Morphologie findet die Kreisgrabenanlage von Pömmelte-Zackmünde ihre nächsten Entsprechungen in den Henge Monumenten der Britischen Inseln. Im mitteleuropäischen Raum stellt das ebenfalls als Henge anzusprechende Rondell eine neue Fundstellengattung dar, welche Einblicke in kultisch-religiöse Vorstellungswelten der zweiten Hälfte des 3. vorchristlichen Jahrtausends ermöglicht, die uns bisher verwehrt geblieben sind.

Quelle: Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


Dieser Artikel wurde am 29.07.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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