Trinkwasser teilweise mit Uran belastet

150 von 8.100 Proben wiesen erhöhte Werte auf

Berlin (pte) - Die Belastung des Trinkwasser mit dem Schwermetall Uran ist in einigen Gebieten Deutschlands deutlich höher als bisher angenommen. Dies berichtete gestern, Montag, die ARD-Sendung Report München in Bezugnahme auf die Verbraucherschutzorganisation foodwatch. Insgesamt habe man dort gut 8.100 amtliche Einzeldaten aus den Bundesländern ausgewertet. "Dabei haben wir in 150 Fällen überhöhte Werte über zehn Mikrogramm festgestellt", erklärt Andreas Eickelkamp, Pressesprecher bei foodwatch, gegenüber pressetext. Das Umweltbundesweltamt legt einem Richtwert für Uranbelastung von maximal zehn Mirkogramm je Liter fest. Bei gut einer handvoll Proben lag der Wert sogar jenseits von 20 Mikrogramm. "Das ist gefährlich für den Menschen. Denn ab einer Konzentration von mehr als zehn Mikrogramm besteht das Risiko, dass die Nieren geschädigt werden", führt Eickelkamp weiter aus.

Die Untersuchung der Verbraucherschützer von foodwatch greift dabei eine ältere Studie auf. "Vor einigen Jahren haben wir bereits die Urankonzentration in Mineralwasser geprüft, das für Kleinkinder als geeignet eingestuft wurde", erläutert Eickelkamp. Da bereits damals überhöhte Werte festgestellt wurden, sei jetzt von den Landesumweltministerien eine Auflistung der Urankonzentration des Trinkwassers angefordert worden. Bis auf eines habe diese auch jedes Bundesland geliefert. "Nur von Hessen bekamen wir keine. Mit der Begründung, dass man nicht verpflichtet sei, derartige Untersuchungen durchzuführen", erzählt Eickelkamp.

Das Uran stamme nicht etwa aus Atomanlagen, sondern sei eine geologische und natürliche Erscheinung. "Je nach Gebiet schwankt diese. Dadurch kommen die unterschiedlichen Werte zu Stande", so Eickelkamp. Gering erhöht wird diese natürliche Urankonzentration durch den Einsatz von Mineraldünger in der Landwirtschaft. "Das sind aber vernachlässigbare Größen", ergänzt Eickelkamp.

Verunsicherten Verbrauchern rät foodwatch sich an den zuständigen Wasserlieferanten zu wenden. Zwar habe dieser gesetzliche keine Auskunftspflicht, doch könne man im Interesse der Bürger von kooperativen Willen ausgehen. "Der Wasserhersteller hat drei Möglichkeit die Konzentration mit Uran zu senken", erläutert Eickelkamp. Zum einen könne er belastete Brunnen stilllegen, zum anderen könne das belastete Wasser mit reinem Quellwasser durchmischt werden. Die dritte Möglichkeit ist eine technische Reinigung des Wassers, die aber bisher nur von zwei Einrichtungen eingesetzt werde.

foodwatch fordert die Bundesregierung auf, einen Höchstwert für die Urankonzentration bei zehn Mikrogramm festzuschreiben. "Denn der bisherige Richtwert des Umweltbundesamtes ist leider nicht zwingend", erläutert Eickelkamp weiter. Zudem verlange man eine Informationspflicht von Wasseranbietern, wenn die Konzentration höher als zwei Mikrogramm ist, da es ab diesem Wert für Kleinstkinder gefährlich werden könnte.

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 05.08.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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