Keine Perspektive für die Agro-Gentechnik

Widerstand in Deutschland zeigt Wirkung - gesetzliche Grundlagen für ein Anbauverbot gefordert

München - Das Potenzial für die Gentechnik in der Landwirtschaft ist erschöpft, Agrarkonzerne und Wissenschaftler rücken von Freilandversuchen mit Gen-Pflanzen ab. Aktuelle Daten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigen die Einschätzung des Umweltinstituts München: Agro-Gentechnik hat in Deutschland keine Zukunft.

Die Zahl der neu genehmigten Freilandexperimente mit Gen-Pflanzen sank in Deutschland in diesem Jahr auf sechs - der niedrigste Stand sei 1993. Der Mais MON810, die einzige in Deutschland zum kommerziellen Anbau zugelassene Gen-Pflanze, wächst nur auf knapp 3200 Hektar - und das fast ausschließlich in den neuen Bundesländern. Einen großflächigen Anbau verhindern die massiven Proteste von Verbrauchern, Imkern und Bauern.

Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München: "Proteste, Feldbesetzungen und neue rechtliche Hürden wie die Brandenburger Vorgabe, dass Gen-Mais mindestens 800 Meter von Naturschutzgebieten entfernt sein muss, machen deutlich: Agro-Gentechnik hat in Deutschland keine Perspektive." Das Umweltinstitut München fordert Landwirtschaftsminister Seehofer daher auf, endlich eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, auf der ein Anbau von Gen-Pflanzen untersagt werden kann. Bisher habe der Minister unter dem Druck der gentechnikkritischen bayerischen Wähler viel angekündigt, aber nichts umgesetzt.

Dass der Protest gegen Gentechnik auf den Feldern erfolgreich ist, zeigt nicht zuletzt auch der vorläufige Stopp für Gentechnikexperimente in Gatersleben (Sachsen-Anhalt). Über 100.000 Verbraucher hatten in den letzten Jahren gegen den Anbau von Gen-Weizen und Gen-Erbsen protestiert, auch weil in der benachbarten Genbank Gatersleben die Samen von knapp 150.000 traditionellen Nutzpflanzensorten aus aller Welt lagern. Nachdem zu Beginn des Jahres die Gen-Erbsen-Firma Novoplant Insolvenz anmelden musste, scheuen nun auch die übrigen ansässigen Gentechnikforscher den Konflikt mit der Öffentlichkeit. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurde 2008 kein neuer Gentechnikversuch mehr in Gatersleben angemeldet. Auch das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), auf dessen Gelände die Genbank angesiedelt ist, will auf absehbare Zeit keine weiteren Experimente im Freiland mehr durchführen. Das Image der Genbank als Hüterin der genetischen Vielfalt sei angekratzt, heißt es in Gatersleben - keine gute Werbung.

Für Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, sind dies ermutigende Signale. "Nach vielen Jahren des Widerstandes der breiten Bevölkerungsmehrheit gegen die Gentechnik zeigen sich allmählich die Erfolge. Das IPK sollte sich jetzt für eine gentechnikfreie Region in und um Gatersleben einsetzen. Verbindlich und für alle Zeiten."

Quelle: Umweltinstitut München


Dieser Artikel wurde am 20.08.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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