Kulturpflanzen-Vorfahren sichern Welternährung

EU-Projekt AEGRO sorgt sich um Erhalt von Wildformen

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Rübenfeld
Quendlinburg/Braunschweig (pte) - Wilden Vorfahren unserer derzeit verwendeten Kulturpflanzen kommt auch in Zukunft ein unschätzbarer Wert zu: Sie enthalten genetische Informationen von unschätzbarem Wert für die Agrarwirtschaft. Aus diesem Grund findet derzeit eine Internationale Arbeitstagung am Julius Kühn-Institut (JKI) des EU-Projekts AEGRO zum Erhalt der Vielfalt von Wildformen von Kulturpflanzen statt. Bis 2010 sollen spezielle Schutzmaßnahmen für Wildarten eingeleitet werden, die schon heute in der Sortenzüchtung eine wichtige Rolle spielen.

Oberstes Gebot für den Schutz ist der Erhalt der Wildformen in ihrem natürlichen Lebensraum - die Experten bezeichnen dies als "in situ". Nur so kann eine Pflanzenart wirkungsvoll und dauerhaft geschützt werden. In Gendatenbanken allein können schon aus Kapazitätsgründen nicht alle potenziell nutzbaren Pflanzenarten tiefgefroren für die Zukunft gelagert werden. Wie wichtig die Wildformen für die Kulturpflanzen sind schildert Lothar Frese vom Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen am JKI. "Die zum Beispiel in den 1960er Jahren begonnene und erfolgreiche Züchtung von Zuckerrübensorten mit Nematoden- oder Rizomania-Resistenz wäre ohne bestimmte Gene aus den Wildarten nicht möglich gewesen." Die Nematoden-Resistenz stamme aus spanischen Wildarten, die Rizomania-Resistenz aus einer am Strand von Kalundborg in Dänemark vorkommenden Art.

Frese und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass sich Kulturpflanzen schneller und unvorhersehbarer als bisher an Klimaveränderungen und neue Schaderreger anpassen müssen. "Wir benötigen künftig mehr denn je die genetische Vielfalt der Wildarten und dies angesichts eines unverminderten Artenverlustes weltweit", warnt der Forscher. Das unterstreiche die Bedeutung der Tagung, schon heute Vorkehrungen zum Schutz züchterisch wichtiger Wildarten zu treffen.

Die AEGRO-Projektpartner konzentrieren sich zunächst auf solche Wildarten, die bereits heute sehr selten oder stark gefährdet sind. Bis zum Jahr 2010 soll der Aufbau so genannter genetischer Schutzgebiete innerhalb bereits bestehender Naturschutzgebiete - etwa Natura 2000-Gebieten - zum Beispiel für eine Rüben-Wildart auf Madeira und für eine Kohl-Wildart auf Sizilien abgeschlossen sein. Thema der Tagung ist aber auch, geeignete Standorte für genetische Schutzgebiete zu finden und auszuwählen und für die wichtigsten Arten Managementpläne zu erarbeiten. Die Umsetzung müsse dann in enger Kooperation mit den nationalen Umweltbehörden erfolgen.

Geographisch sind die meisten der schutzwürdigen Wildarten Europas im Mittelmeerraum beheimatet. Doch weisen die Forscher darauf hin, dass einige auch in Mitteleuropa zu finden sind. Dazu zähle etwa der Wildsellerie, der für die Stangensellerie-Züchtung als potenzieller Spender von neuen Resistenz- und Qualitätseigenschaften eine ökonomisch wichtige Ressource darstellt.

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 18.09.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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