Naturzerstörung kostet mehr als Wirtschaftskrise

Waldverlust kostet jährlich zwischen zwei und fünf Billionen Dollar

Frankfurt/Barcelona (pte) - Der Biodiversitätsverlust durch das Roden der Wälder stellt die derzeitige Wirtschaftskrise deutlich in den Schatten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde. Allein der Waldverlust schlägt sich demnach mit jährlich zwei bis fünf Billionen Dollar zu Buche. Mitberechnet in den Kosten sind unter anderem auch die Kosten der CO2-Absorption, aber auch die Bereitstellung von Trinkwasser.

Die TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), die vom indischen Umweltökonomen und Chef des Global Markets Business der Deutschen Bank in Indien, Pavan Sukhdev beim derzeit in Barcelona stattfindenden World Conservation Congress in Barcelona präsentiert wurde, zielt darauf ab, die verantwortlichen Politiker und Entscheidungsträger davon zu überzeugen, mehr gegen die permanente Umweltzerstörung zu tun. "Die Umweltzerstörung ist nicht nur größer als die Weltwirtschaftskrise, sie geschieht - und das ist viel schlimmer - permanent", so Sukhdev. Sukhdevs Studie, die beim G8-Treffen 2007 in Auftrag gegeben wurde, errechnet den Artenverlust erstmals in Preisen. In der ersten Veröffentlichung im Mai 2007 präsentierte das Forscherteam den Waldverlust mit sieben Prozent des globalen BIP. Andere Ökosysteme werden in der zweiten Phase der Untersuchung mitberechnet.

"Die Preisberechnung der Naturzerstörung ist das Ziel oder politisch-ökonomisch gewendet die Inwertsetzung der Ökosystem-Dienstleistungen", schreibt die FAZ. Schlüsselpunkt dabei sind viele Leistungen der Ökosysteme die bisher kostenfrei - also gratis - waren. Das reiche von Nahrungsmitteln bis hin zu Trinkwasser. "Wenn man zur Trinkwasserversorgung dann Reservoirs errichten muss, werden auch diese Kosten mitberechnet", führt der Experte aus. Nach dem TEEB-Bericht fallen die Kosten unproportional hoch auf die ärmsten Menschen der Erde zurück. Der Grund dafür liege darin, dass sie mehr von intakten Wäldern abhängig sind als der Rest der Welt. Der größte Kostenbeitrag für die industrialisierte Welt käme in Folge der fehlenden CO2-Absorption zustande. Sehr schwierig mitzuberechnen sind Verluste, die durch das Aussterben einzelner Tiere oder Pflanzen entstehen - vor allem dann, wenn diese irgendwann in Zukunft einen nachhaltigen Nutzen für die Menschheit - etwa als zukünftige Arzneimittel - gehabt hätten.

Sukhdev sieht die Arbeit als zukunftsträchtig: "Wenn ich den Bericht heute kommentiere, hört man mir zu und stellt anschließend Fragen, wie ich zu den Berechnungen gekommen bin, wie man den Verlust in Geldwert ausdrücken kann und was man dagegen tun könnte. Zudem kommen auch Fragen, warum ich nicht mit diesem oder jenem Politiker in Kontakt trete." Bis zur Jahresmitte 2010 will der Umweltökonom die TEEB-Studie finalisieren. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich die 190 Vertragspartner - darunter 168 Staaten und die EU - der Biodiversitäts-Konvention dazu verpflichtet, den Biodiversitätsverlust auf globaler, regionaler und nationaler Ebene als Beitrag zur Armutsbekämpfung und zum Wohle allen Lebens auf der Erde signifikant zu reduzieren.

Link zum TEEB-Bericht

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 10.10.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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