Schutz vor den Gefahren des Mobilfunks gefordert

BUND legt Konzept zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung vor

Berlin - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) legte heute ein Schutz- und Vorsorgekonzept vor, mit dem ein Mindest-Schutz vor künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern erreicht werden kann, die durch Anwendungen wie Mobilfunk, WLAN und andere kabellose Übertragungstechniken entstehen. Elektrosmog bedrohe nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern sei auch für Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Es ist unverständlich, warum Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erst kürzlich noch Entwarnung gab, die Strahlung des Mobilfunks schade zumindest erwachsenen Handynutzern nicht. Das EU-Parlament hält die Grenzwerte für nicht ausreichend. Viele Studien zeigen, dass die Mobilfunkstrahlung nicht nur dem Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren schadet. Zudem weiß man noch viel zu wenig über die Langzeitwirkungen von Funkstrahlung. Statt jedoch diese Erkenntnislücke zu schließen, genehmigt die Bundesnetzagentur immer weitere Funknetze für neue Anwendungen.“

Beim Menschen nachgewiesene gesundheitliche Schäden seien u. a. Schlafstörungen und Erschöpfungszustände. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, wodurch Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen können. Zudem bestehe der Verdacht auf Förderung sowie Auslösung von Hirntumoren. Insekten und Tiere wie Bienen, Brieftauben oder Fledermäuse verlören durch künstliche elektromagnetische Felder zum Teil die Orientierung.

Wilfried Kühling, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des BUND: „Lebewesen sind auf natürliche, von der Natur vorgegebene bioelektrische Steuerungsprozesse angewiesen. Technische Funksignale greifen als Störsender permanent und in immer komplexerer Weise in diese natürliche Steuerung ein, wodurch falsche und biologisch nicht sinnvolle Reaktionen ausgelöst werden.“ Vor allem in bewohnten Gebieten lägen die künstlichen Felder in vielen Fällen bereits mehr als zehntausend- bis millionenfach höher als die natürliche Strahlung und damit im Bereich von biologisch nachweisbaren Wirkungen. Kühling: „Da diese Strahlung alle festen Körper durchdringt, entsteht quasi eine Zwangsbestrahlung, der sich niemand entziehen kann.“

Der BUND machte zudem Vorschläge, wie eine zukunftsfähige Kommunikationstechnologie aussehen müsse, die Schäden für Gesundheit und Umwelt ausschließe. So müsse der aktuelle Grenzwert für elektromagnetische Strahlung um das Zehnmillionenfache auf 1 Mikrowatt pro Quadratmeter verschärft werden, um die gesetzlich vorgeschriebene Vorsorge zu erreichen. Die mobile Versorgung müsse künftig durch strahlungsarme Anwendungen ermöglicht werden, Sendeanlagen sollten nur an Orten gebaut werden, wo eine minimale Belastung der Anwohner entsteht, statt Standorte mit den geringsten Mietkosten auszuwählen. Zudem müssten sich überlagernde Funknetze zurückgebaut und netzgebundene Techniken ausgebaut werden. Der Übergang zu mobilen optischen Übertragungstechniken biete sich als eine gesundheitsverträglichere Alternative an.

Bernd Müller, BUND-Mobilfunkexperte: „Damit künftig Umwelt- und Gesundheitsschäden ausgeschlossen werden können, dürfen Funknetze nicht weiterhin massiv ausgebaut, sondern es müssen neue Kommunikationstechnologien gefunden werden. Dazu gehört auch ein Rückbau vieler Sendeanlagen, weil bereits eine nicht notwendige Mehrfachversorgung vorhanden ist.“

Der BUND forderte den Umweltminister auf, einen ergebnisoffenen Diskurs mit allen Akteuren und Betroffenen über den weiteren Umgang mit Funktechnologien zu führen.

In Deutschland gibt es rund 260.000 Mobilfunk-Sendeanlagen, ca. 2 Millionen kleinere Sendeanlagen, rund 50 Millionen häusliche Sendeanlagen wie WLAN, schnurlose Telefone und Anlagen zur Daten- und Videoübertragung sowie rund 100 Millionen Mobiltelefone. Viele Geräte würden die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder überschreiten, dazu gehörten auch als strahlungsarm angebotene DECT-Telefone. Mobiltelefone überschritten die Grenzwerte bis um das Zehnfache.

Das komplette BUND-Mobilfunk-Papier (PDF): „Für zukunftsfähige Funktechnologien“

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)


Dieser Artikel wurde am 29.10.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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