Lebenserwartung korreliert nicht mit Gesundheit

Kluft in Osteuropa am größten - Österreich im Mittelfeld

Leicester (pte) - Die Gesundheit älterer Europäer ist in den verschiedenen Ländern extrem unterschiedlich. Das gilt sogar für Länder mit einer hohen Lebenserwartung. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Leicester gekommen. Es wurde nachgewiesen, dass die Menschen in Estland, Lettland und Finnland nach dem 50. Lebensjahr weniger Jahre in guter Gesundheit erwarten. Die Briten schneiden mit rund 20 Jahren vergleichsweise gut ab, die Österreicher mit rund 14,5 Jahren schon deutlich schlechter. Die Autoren der Studie betonten, dass diese Zahlen den Regierungen helfen könnten, für die Zukunft zu planen. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

Das Team um Carol Jagger sammelte Daten zur Lebenserwartung und befragte anschließend ältere Menschen aus allen Ländern, ob Krankheiten ihre Lebensqualität beeinträchtigt hätten. Aus diesen Daten wurde berechnet, wie viele gesunde Lebensjahre die Männer und Frauen zu erwarten hatten. In manchen Fällen wurden so Probleme sichtbar, die sich aus der Analyse der Lebenserwartung allein nicht ergeben hätten. Österreichische Frauen und Männer haben zum Beispiel eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79 bzw. fast 84 Jahren. Aber nur die Hälfte der Jahre nach dem 50. Geburtstag verbringen sie bei relativ guter Gesundheit. In Deutschland und Finnland ist diese Kluft noch größer.

Die Bevölkerung der neuesten Mitgliedsstaaten der EU, die ohnehin niedrigere Zahlen gemeldet hatten, scheint im Alter verstärkt unter chronischen Krankheiten zu leiden. In Estland werden Männer durchschnittlich nicht einmal 73 Jahre, Frauen dagegen über 80 Jahre alt. Männer erwarten nur neun Jahre bei guter Gesundheit, Frauen nur zehn Jahre. Jagger betonte, dass damit erstmals Daten vorlägen, die wirklich verglichen werden können. Es stelle sich die Frage, ob die Länder mit der längsten Lebenserwartung auch die gesündesten seien, schreibt BBC Online.

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 17.11.2008 im Vedamagazin veröffentlicht.
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