Yoga für Kinder

Ein innovativer Ansatz einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung

Von Michael Dreyer

Mit Yoga besser im Unterricht sitzen

Richtig zu sitzen erfordert sowohl körperliche Kraft und Flexibilität als auch ein gesundes Körperbewusstsein. Da es vielen Kindern heute daran mangelt, fällt ihnen das lange Stillsitzen und Konzentrieren während des Unterrichts oft schwer. Körperliche Fehlhaltungen führen häufig zu Verspannungen im Hals-, Nacken-, Schulter- und Rückenmuskelbereich. Verkürzte Sehnen führen schon bei Kindern zu Einschränkungen in der Gelenkigkeit.

Mit Yoga Schulstress leichter bewältigen und vorbeugen

Mit Yoga, Meditation und Entspannungsübungen lernen die Kinder ihren Körper besser kennen und wahrzunehmen. Sie können selbständig Fehlhaltungen korrigieren und ihre Gelenkigkeit bewahren oder ausbauen. Mit den yogischen Atemübungen lernen sie tief, vollständig und bewusst zu atmen. Damit versorgen sie ihren Körper mit genügend Sauerstoff, was Müdigkeit vorbeugt und ihre Konzentration steigert. Der Geist wird wacher. Die Yoga Fachliteratur ergänzt die Wirkung der Atemübungen noch durch den Fachbegriff "Prana", was bedeutet, Körper und Geist mit kosmischer Lebensenergie zu versorgen und einen reibungslosen Energiefluss zu garantieren.

Was bringt Yoga den Kindern

Yoga stärkt das Selbstvertrauen ohne den Charakter eines Wettkampfes und harmonisiert impulsives Verhalten. Es hilft mit Gefühlsschwankungen umzugehen und fördert die Koordinationsfähigkeit und zeigt den Kindern, wie sie sich entspannen können - still und ruhig zu sein, um damit widerstandsfähiger gegenüber Stress zu sein.

Die Auswirkungen von Yoga gehen aber über die Verbesserung von Gelenkigkeit und Gleichgewicht hinaus. Yoga bedeutet Einheit, Harmonie. Abgeleitet von der Sanskritwurzel "yuj", was verbinden bedeutet. Einheit, Harmonie womit? Zunächst einmal Einheit, Harmonie unter dem eigenen Dach, mit sich selbst, mit all seinen oft auch widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen. Einheit mit sich und seinem Körper und dann, in immer größer werdenden Kreisen, Harmonie mit sich und der Welt. Am Anfang eines friedvolleren Umgangs miteinander steht die persönliche Erfahrung der Ebene der eigenen Friedfertigkeit.

Der älteste Mann der Welt, Joan Rindavets brachte es mit folgendem Zitat aus einem Interview auf den Punkt:"Das Wichtigste ist nicht, viele Jahre auf dem Buckel zu haben, sondern in Frieden, Ruhe und Freundschaft mit dem Rest der Welt zu leben" (Weser Kurier, 11.10.2003).

Soziale Auswirkungen von Yoga

Patanjali, der Exponent der Yoga Philosophie, hat das ganze Thema der Integration der Persönlichkeit philosophisch behandelt und lässt hinsichtlich der Auswirkungen der Yoga Praxis die soziale Auswirkung nicht unerwähnt. Er sagt in seinem Yogalehrbuch "Yoga Sutras": "In sich gegründet, verschwindet in der Gegenwart des Yoga Praktizierenden alle Feindseligkeit zwischen den Lebewesen (Vers II.35). Hat der Yoga Schüler die Geistesverfassung des Yoga, also den Zustand des Geistes ohne störende Aktivität, erlangt, "Dann ruht der Sehende in seiner eigenen Natur" (Vers I.3).

Die Yoga-Körperübungen integrieren ein Loslassen, Anspannen, Entspannen, ein Sich-Fordern, Hineinspüren, Annehmen, Überwinden und fördern damit die geistige Bewusstheit und das Körperbewusstsein, wobei die Logik umschifft wird.
Wenn es gilt, z.T. auch sehr herausfordernde Balance-Yogaübungen auszuführen, steigert sich automatisch die Konzentration, die benötigt wird, um die Übung durchzuführen - der Kopf wird geleert von einer störenden Gedankenkulisse.

Das Üben am und im Kontakt mit dem Boden, der Erde, unterstützt besonders die unruhigen Geister, die Luftikusse unter den Schülern und in den Standübungen kann die Grunderfahrung für einen guten Stand im Leben und einen gesunden Standpunkt angelegt werden.

Yogaübungen, die die Blutzufuhr zum Gehirn steigern und damit Sauerstoff, Nährstoffe und laut der Yoga Philosophie auch Energie anliefern, fördern damit die geistige Wachheit und Funktionsfähigkeit des Gehirns. Das gleiche gilt für die Harmonisierung des Verdauungsapparates.

Die ausgleichenden Wirkungen auf das Hormonsystem sind nicht nur in der Pubertät sinnvoll.

Übergewichtige Kinder

Viele Kinder leiden körperlich und seelisch unter Übergewicht, können aber über den Leistungs- und Wettkampf orientierten Sportunterricht keinen richtigen Zugang zu körperlicher Bewegung finden. Hier kann Yoga eine sinnvolle Alternative aufzeigen.

"Unreinheit (jeglicher Art) wird aufgelöst durch das Üben der Glieder des Yoga" (Vers II.28).

Yoga ist heute klar, spannend, genau dokumentiert und erforscht -

mit eindeutigen und überprüfbaren Resultaten. Auf der medizinischen Datensammlung Medlife findet man über 500 internationale Forschungsprojekte über Yoga, die in verschiedenen Zusammenhängen die messbaren Auswirkungen auf Bluthochdruck, Stressmanagement, Stoffwechsel, Körpergewicht, Depressionen, Rheuma und anderem zeigen.
Den Kernsatz der yogischen Prävention formuliert Patanjali im Vers II.16: "Vermeide die Gefahr (Leiden) bevor sie gekommen ist".

Yoga als innovatives Konzept zur Gewaltprävention

Yoga liefert einen Beitrag zur Prävention und Reduzierung von Gewalt an den Schulen und kultiviert Friedfertigkeit - eines der Ziele der Yoga Philosophie.

Der dafür in der Yoga Philosophie verwendete Fachbegriff lautet (Sanskrit) "Ahimsa", was Nicht-Verletzen oder Gewaltlosigkeit bedeutet, eine Geistesverfassung, die lebensfördernde Einflüsse schafft sowie "Asteya", Freiheit von Habsucht, Nichtstehlen.
Frieden ist nicht logisch, es würde sonst genügen, nur darüber zu reden.

Daher bietet die Yoga Disziplin einen acht-gliedrigen Ansatz, der alle Aspekte der Persönlichkeit anspricht und sowohl die Ethik, die Selbstdisziplin, den Körper, den Atem, die geistig-emotionalen Strömungen, die Sinne als auch die stille Wachheit des Geistes umfasst.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von www.living-yoga.de (Living-Yoga Studio Dreyer, Bremen).

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Weisheit des Augenblicks
Strenge Dich nicht an für Deine Bedürfnisse des Lebens - es reicht, sich ihrer ruhig und wach bewusst zu sein. In dieser Weise wird das Leben natürlicher und müheloser fortschreiten. Das Leben ist da, um sich zu erfreuen. - Maharishi Mahesh Yogi (1918 -2008)
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Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 

 

Raga

"Klangpersönlichkeit", melodische und rhythmische Grundstruktur in der klassischen indischen Musik *)

 

 

Bhajan

Bhajans sind die in Indien allgegenwärtigen spirituellen Volkslieder, mit denen die Verehrung für verschiedenste Devata (Gottheiten) ausgedrückt wird.

 

 

Gandharva

Soma-bereitende Licht-Gottheit; musizierende Apsara-Gefährten; siehe auch Gandharva-Veda *)

 

 

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