Bio boomt trotz Finanzkrise

Trend zu Bio-Supermärkten und größeren Anbauflächen

Berlin (pte) - Der Markt der Bio-Produkte wächst weiterhin. Das Jahr 2008 bescherte dem Bio-Lebensmittelhandel trotz Abschwächungen gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent, dazu wurde die Anbaufläche weiter vergrößert. Das berichtete der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einer Pressekonferenz in Berlin. "Wir sprechen von einem entschleunigten Wachstum. Bio ist weiter im Trend, doch das Umsatzplus wird 2009 einstellig sein", bestätigt Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN), im pressetext-Interview. Es sei fraglich, ob die von der Finanzkrise Betroffenen zuerst beim Essen sparen würden, so die Verbandssprecherin.

Ihr Wachstum verdankt die Branche der steigenden Beliebtheit von biologischen Molkereiprodukten. Auch Fleisch, Fleischwaren und Eier verzeichneten einen Zuwachs. Problematisch verlief hingegen aufgrund eines Lieferengpasses zu Jahresbeginn die Versorgung mit Frischeprodukten, zudem wurde das Sortiment pflanzlicher Produkte nicht genügend erweitert. In seiner Gesamtstruktur verändert sich der Fachhandel mit einem Trend weg vom kleinen Bioladen hin zum Geschäft in Supermarktgröße. "Größere Auswahl und bessere Atmosphäre macht den Bio-Supermarkt für den Konsumenten ansprechender", so Röder. "Dennoch haben auch Läden mittlerer Größe Chancen, besonders wenn sie mit günstiger Lage punkten." Kleine Betriebe könnten nur durch Spezialisierung, Nischenprodukte oder eine starke Kundenbindung überleben.

Der Trend zu Großbetrieben ist auch bei den Biobauern zu beobachten. Derzeit machen 20.000 biologisch geführte Betriebe ein Zwanzigstel der deutschen Landwirtschaft aus, was sowohl ihre Zahl als auch die beackerte Fläche betrifft. Etwa die Hälfte dieser Betriebe sind in Verbänden organisiert und verfügen über zwei Drittel des biologisch bebauten Ackerlandes. Die Zahl dieser flächenstärkeren Verbandsbetriebe nahm im Vorjahr um fünf Prozent zu und überschritt damit die 10.000-Marke. Damit die Bio-Landwirtschaft weiterhin eine alternative Einkommensmöglichkeit für konventionelle Bauern bleibe, fordert der BÖLW höhere Prämien für die Umstellung und Beibehaltung der Betriebe sowie Maßnahmen zum Schutz von Betrieben, die ohne Einsatz von Gentechnik arbeiten. Ob eine Region gentechnikfrei bleiben wolle, soll sie selbst bestimmen können, so der Verband.

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 16.01.2009 im Vedamagazin veröffentlicht.
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