Europäer sehen schwarz für die Zukunft

Angst vor sozialem Abstieg dominiert - Bildung ist wichtiger Faktor

Wien (pte) - Das Leben in Europa wird teurer, die Menschen ärmer und die Arbeitszeit länger. Diese Erwartungen für das Jahr 2030 bezeichnet die Zukunftsstudie der BAT Stiftung für Zukunftsfragen als derzeit wichtigste Ängste Europas. Über 11.000 repräsentative Befragungen in neun Ländern zeigten Entmutigung, Pessimismus und wenig Hoffnungen als Grundtendenz. "Die Rückmeldungen spiegeln besonders die Sorge um die Preisentwicklung und um den Verlust von Wohlstand und Sicherheiten wider, obwohl die Erhebung noch kurz vor dem allgemeinen Bewusstwerden der Finanzkrise erstellt wurde", so Peter Zellmann, Leiter des an der Studie beteiligten Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung IFT, im pressetext-Interview.

Größte Sorge des Kontinents ist die Preisexplosion für die Güter des täglichen Lebens. 61 Prozent stimmen dieser Sorge zu, fast ebenso viele glauben an eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und an höhere Altersarmut. Jeder Zweite glaubt, dass in Zukunft die Mehrheit der Bevölkerung von Zweit- und Nebenjobs abhängt, ebenso viele fürchten sich vor mehr organisierter Kriminalität. Dahinter rangieren die Sorgen um sauberes Wasser und um die Anhebung des Pensionsalters auf 75 Jahre. Der Klimawandel hat es nicht unter die größten Sorgen geschafft, erläutert Zellmann: "Auch wenn die Medien Klima und Umwelt häufig thematisieren, ist es für die Menschen nicht sehr relevant. Sie empfinden den Klimawandel als zu abstrakt und alltagsfern und nehmen nur ihre eigene Ohnmacht gegenüber der Problematik wahr." Hoffnungen gibt es kaum: Jeder Vierte glaubt an eine künftig einfachere Integration von Ausländern, jeder fünfte erwartet ein staatliches Mindesteinkommen. Die Lösung großer Probleme wie Hunger, Bildungsdefizite und Klimawandel halten nur wenige wahrscheinlich.

Deutschland zeichnet sich im Ländervergleich vor allem durch die hohe Angst um den Arbeitsplatz aus. 78 Prozent der Deutschen glauben, zukünftig von Zweit- und Nebenjobs abzuhängen. Lebensqualität ist laut Studie in Deutschland hingegen ein Fremdwort, betont Zellmann. "Nur zwölf Prozent sind der Überzeugung, dass die Freizeit wichtiger sei als das Gehalt. Das zeigt sich auch in der Geringschätzung Deutschlands gegenüber Service und Beratung beim Einkauf. Man ist viel lieber Schnäppchenjäger - und verspielt gleichzeitig Lebensqualität." Der Ausgleich von Krisenentwicklungen durch mehr Lebensqualität sei somit eine sehr nachrangige Hoffnung. Österreich sei hinsichtlich seiner Zukunftserwartungen ein "typisches europäisches Land", verfüge aber laut Zellmann über höheren Realismus, der sich im allgemein größeren Sorgenbewusstsein ausdrückt.

Das hoffnungsvollste Land Europas ist Finnland. "Nicht zufällig findet man das positivste Stimmungsbild in dem Land, das auch in der PISA-Bildungsstudie Bestwerte erreicht", so Zellmann. Das zeige, dass Ausbildungsprobleme rascher Lösungen bedürften anstatt durch jahrelange Versuche hinausgeschoben zu werden. Ein Schwerpunkt müsse dabei der richtige Umgang mit Medien sein. "Die Vermittlung von Medienkompetenz ist die Bildungsaufgabe der Zukunft, denn die Zeiten, in der die tägliche Zeitungslektüre oder die Abendnachrichten genügen, sind vorbei", betont Zellmann. Im Informationszeitalter sei aufgrund des wachsenden Auflagen- und Quotendrucks die Verantwortung der Journalisten gewachsen, den Wahrheitsgehalt ihrer Medienbotschaften kritisch zu prüfen anstatt Halbwahrheiten zu verbreiten, so der Wiener Zukunftsforscher abschließend.

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 23.01.2009 im Vedamagazin veröffentlicht.
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