Abkommen schützt Indiens Wissensschatz vor Piraterie

EPA erhält Zugang zur digitalen Bibliothek für traditionelles indisches Wissen

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München – Die indische Regierung, vertreten durch ihren Rat für wissenschaftliche und industrielle Forschung (CSIR), und das Europäische Patentamt (EPA) haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem EPA Zugang zur digitalen Bibliothek für traditionelles indisches Wissen (TKDL) gewährt. Damit erhalten EPA-Prüfer in allen Phasen des europäischen Patenterteilungsverfahrens nach dem Europäischen Patentübereinkommen Online-Zugriff auf Informationen über traditionelles indisches Wissen.

Die wachsende weltweite Nachfrage nach Naturmedizin hat zu einem verstärkten internationalen Informationsaustausch über traditionelles Wissen und zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Indien und anderen Ländern bei der Entwicklung traditioneller Medizinsysteme geführt. Die TKDL ist als Datenbank für traditionelle indische Medizin aus einem Projekt hervorgegangen, das 1999 vom National Institute of Science Communication and Information Resources (NISCAIR), vom CSIR, vom indischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie und seiner Abteilung AYUSH sowie vom Ministerium für Gesundheit und Familie eingeleitet wurde.

Mit der TKDL soll vor allem traditionelles indisches Wissen, das in Form von Kenntnissen, Rezepturen oder Know-how in Hindi, Sanskrit, Arabisch, Persisch, Urdu und anderen Sprachen vorliegt, als Stand der Technik für Patentämter zugänglich gemacht werden, indem es in fünf Weltsprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Japanisch) übersetzt wird. Damit soll die kommerzielle Verwertung von traditionellem indischen Wissen verhindert werden, das bereits allgemein zugänglich ist.

Die TKDL ist die Datenbank für traditionelles Wissen, die in den letzten Jahren das meiste öffentliche Interesse hervorgerufen hat; der Zugang zu dieser Datenbank ist für das  internationalen Patentwesen von großer politischer Bedeutung.

Diese Erweiterung der Prüfstoffsammlung des EPA ergänzt einen bereits umfangreichen Datenbestand über traditionelles Wissen aus verschiedenen Ländern, der es den EPA-Prüfern ermöglicht, den innovativen Charakter einschlägiger Erfindungen angemessen zu beurteilen.

Quelle: Europäisches Patentamt (EPA)


Dieser Artikel wurde am 25.02.2009 im Vedamagazin veröffentlicht.
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