Studie über die nicht tötende Gesellschaft

Nonkilling-Buch in 26 Sprachen übersetzt - Im Mai auf Deutsch im HWK-Verlag

Foto: aboutpixel.de - © Broiler
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Wird Krieg einmal der Vergangenheit angehören und höchstens noch in Namen wie „Krieger“ vorkommen?
Wassertrüdingen/Mainz (pts) - Müssen Gesellschaften töten? Über diese grundsätzliche Frage von Leben und Tod gibt es kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Die Frage schien sich nie wirklich gestellt zu haben, denn durch den Einfluss von Aristoteles und Platon über Machiavelli, Rousseau, Hobbes, Locke, Marx bis Weber sind wir eingebettet in eine "letale Tradition". So nennt der Politologie-Professor Glenn D. Paige vom "Zentrum für globale Gewaltlosigkeit" aus Hawaii die Grundannahme, dass staatliches und gesellschaftliches Töten in Kriegen und zu anderen Gelegenheiten normal und unvermeidlich ist. 2002 veröffentlichte er seine 200-Seiten-Studie "Nonkilling Global Political Science", in der er ein neues Forschungsfeld absteckt, unter dem Stichwort "Nonkilling".

Zu Beginn des ersten Kapitels definiert Paige: "Die nicht tötende Gesellschaft ist eine Gemeinschaft von Menschen, von der kleinsten bis zur größten, örtlich begrenzt bis global, die sich dadurch auszeichnet, dass sie keine Menschen tötet und nicht mit Tötung droht." Ein schönes Ideal. Mehr nicht? Immerhin ist die Abschaffung der Todesstrafe eine weltweite Tendenz des Nonkilling-Gedanken. Paige sucht in vielen Disziplinen Belege und Material, um seine Frage zu diskutieren, in der Biologie, Psychologie, Soziologie, Ethnologie, die Fächerpalette füllt einen ganzen Absatz.

Der Koreakriegs-Veteran Paige bindet Skeptiker ein und schreibt in der Einleitung: "So wie die Verfechter und die Kritiker nuklearer Abschreckung in der Lage waren, sich gemeinsam mit der theoretischen und simulierten Erkundung von lokalen und globalen Auswirkungen begrenzter oder umfassender Atomkriege zu beschäftigen, so können sich Nonkilling-Politologen und Gewalt akzeptierende Politologen konstruktiv und kritisch mit den Vorbedingungen, Prozessen und Konsequenzen des Tötens auseinandersetzen, um die Kriterien des globalen Nichttötens zu erkennen beziehungsweise zu verwirklichen." Es ist also mehr als nur eine Studie. Paiges Nonkilling-Buch ist auch eine Aufforderung zu engagierter Mitarbeit - eine seltene Blume in der akademischen Welt.

Eine Reihe von Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft in vielen Ländern empfiehlt die Lektüre, darunter die Friedensnobelpreisträger Mairead Maguire und Kim Dae Jung, auch die damalige Petra-Kelly-Weggefährtin Eva Quistorp. Übersetzungen in fünfzehn Sprachen liegen bereits vor und elf weitere sind in Planung. Darunter ist auch die deutsche Fassung, deren Erscheinen im Mai 2009 im HWK-Verlag vorgesehen ist. Titel: "Nonkilling - Wissenschaft von der nicht tötenden Gesellschaft".

Der bekannte deutsche Politologe Professor Ekkehart Krippendorff hat "Nonkilling Global Political Science" gelesen und sich schnell bereit erklärt, ein Vorwort zur deutschen Fassung beizusteuern: "Paiges Gedanke hat mich beeindruckt und überzeugt, nicht zuletzt weil er einen konkreten Adressaten hat - die Politologen und ihre Disziplin. Wenn ich noch lehrte, würde ich gerne mit Studierenden testen, ob und wie es ankommt." (Siehe das ganze Vorwort als PDF)

Übersetzer Anis Hamadeh hat bereits kurz nach Erscheinen des Originals Rezensionen geschrieben und Interviews geführt: "Glenn Paiges Buch erweitert unser Bewusstsein in lebensnotwendigen Fragen. Viele Menschen denken, dass Tötungsgewalt funktioniert. Sie übersehen dabei, dass sich unverarbeitete Konflikte fortsetzen und neu entladen." Anis Hamadeh ist Anglist, Islamwissenschaftler, Künstler und Publizist. Im November 2008 erschien sein von der Kritik gelobtes Buch "Islam für Kids" (Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm).

Der süddeutsche Verleger Hans-Werner Kummerow wünscht dem neuen Titel in der deutschen Übersetzung den Erfolg, den das Buch in anderen Sprachen bereits erzielt hat. Aus seiner Sicht handelt es sich um "ein Buch, das die Welt verändern kann".

Quelle: Pressetext


Dieser Artikel wurde am 06.03.2009 im Vedamagazin veröffentlicht.
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