Jyotish – die authentische Vedische Astrologie in Lehre und Praxis

Von Siebelt Meyer (Jyotish Shastri)

Was ist eigentlich Jyotish?

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Der Planet Jupiter (im Jyotish: Guru)
steht für Bildung und Weisheit
Jyotish ist eine Vorhersage-Technik. Ihr Stellenwert wird gemessen an der Treffsicherheit ihrer Aussagen. Dazu sagt Maharshi Parashara, der Ur-Vater des Jyotish der alten Vedischen Kultur Indiens: Jyotish beschreibt die Trends des Lebens.

Die Wissenschaft des authentischen Jyotish ist ein präzises System, das die Trends des Lebens beschreibt oder die Qualität einer Lebensphase. Dabei wird gleichzeitig der freie Willen des Menschen mit einbezogen, die individuelle Geschwindigkeit seiner Entwicklung sowie seine soziale und nationale Herkunft.

Deshalb braucht keiner Angst vor einer kompetenten Jyotish Beratung zu haben. Solch eine Beratung reflektiert wie ein unschuldiger Spiegel die Struktur Ihrer Persönlichkeit und Ihres Lebens. Bildlich gesprochen wird durch solch eine Beratung das Licht angeknipst, damit Sie sich auf Ihrem Weg durch das Leben nicht an Ecken und Kanten stoßen oder die Richtung verlieren. Dabei ist es einzig Ihre Entscheidung, wie Sie den Weg gehen und mit welcher Geschwindigkeit.

Freier Wille

Wir können unser Leben mit einem Flug vergleichen, den wir gebucht haben. Selbstverständlich haben wir auch im Flugzeug unseren freien Willen und können Zeitung lesen oder mit unserm Nachbarn reden. Auch die Klasse, die wir gebucht haben, können wir ggf. noch ändern. Aussteigen können wir jedoch nicht.

Diese Analogie zeigt, dass wir unseren freien Willen immer nur in einem gegebenen Rahmen anwenden können. Für unser Leben bedeutet das, mit dem Körper, den Fähigkeiten und der Umgebung, die durch unsere Geburt festgelegt wurden. Nach der Vedischen Wissenslehre haben wir aber auch diese Rahmenbedingungen, festgelegt durch unsere Geburt, frei gewählt – so wie wir auch einen Flug selber buchen.

Die Authentische Parashara Astrologie beschreibt exakt die Rahmenbedingungen unseres Lebens und gibt uns klare Hinweise, wie wir unseren freien Willen nutzen können, um noch mehr Erfüllung und Zufriedenheit in unserem  Leben zu erfahren.

Durch eine kompetente Jyotish-Beratung werden Sie also nicht vor unabänderliche Tatsachen gestellt, sondern Sie verstehen, wer Sie wirklich sind, wie Sie funktionieren und welche Tendenzen sich in Ihrem Leben entwickeln. Das hilft Ihnen, mit den Herausforderungen Ihres Lebens deutlich leichter und erfolgreicher  umzugehen. Solch eine Jyotish-Beratung erzeugt kein Gefühl von Einengung sondern eher von Freiheit. Wenn Sie wissen, woran Sie sind, können Sie durch den gezielten Einsatz Ihrer Kräfte deutlich erfüllter, zufriedener und erfolgreicher sein.

Voraussagen

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Jyotish ist keine Hellsichtigkeit in Bezug auf konkrete Ereignisse und grenzt sich somit deutlich von Hellsehern etc. ab. Hellseher machen ihre Aussagen zu konkreten Ereignissen immer auf der Basis der momentanen Situation und des momentanen Entwicklungsstandes des Fragestellers. Ändert sich die Gegenwart, d.h. der Fragesteller, dann müssen die Aussagen justiert oder revidiert werden. Wenn sich also jemand recht schnell entwickelt, werden die Aussagen eines Hellsehers umso unwahrscheinlicher, je weiter sie in der Zukunft liegen.

Jyotish dagegen ist eine klar strukturiert Wissenschaft, die schrittweise die Veränderung der Zeit erklärt. Sie zeigt Ihnen, wie sich Ihr Leben von einer Situation in die nächste transformiert – hier stehe ich, das sind meine Tendenzen für die nächsten Monate oder Jahre und das sind meine Möglichkeiten, um die Entwicklung zu verstärken, abzuschwächen oder zu verändern. Sie sind Agierender und nicht „hilflos“ Ereignissen ausgesetzt.

Jyotish  berechnet und analysiert präzise die zyklischen Gesetzmäßigkeiten der Zeit. Deshalb können auch Trends für die ferne Zukunft sicher erfasst und beschrieben werden. Allerdings hängt es dann von Ihnen ab, wie Sie diese Trends nutzen oder im Detail ausformen. Sie haben immer eine Bandbreite, innerhalb derer Sie sich bewegen - vom Maximum bis zum Minimum. Dazu benutzen Sie Ihren freien Willen.

Ein praktisches Beispiel

Ein Klient war in seiner 20 jährigen Venus-Phase (Mahadasha) von Ängsten und Getrieben-Sein bestimmt, weil Venus sein schwächster Planet war. Er wusste, dass er in dieser Phase verstärkt darauf achten muss, sich nicht durch das Schüren von Angst durch andere instrumentalisieren zu lassen.

In der darauf folgenden 6-jährigen Sonnen-Phase, mit der Sonne als seinem stärksten Planeten, straffte sich seine Persönlichkeit deutlich. Er wurde selbstbewusster und sicherer. Auf diese Phase war er vorbereitet und nutzte Sie intensiv für die Expansion seines Geschäfts. Es schien, als hätte man einen anderen Menschen vor sich. Genau genommen aber durchlebt er nur verschiedene Aspekte des „von ihm gebuchten Fluges“.

Das vollständige System
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Beispiel für ein Jyotish-Geburts-Kosmogramm
Das von Parashara etablierte Jyotish System ist sehr komplex und vielschichtig. Pro Person besteht es aus dem Geburts-Kosmogramm plus 24 weiteren Kosmogrammen, die auf dem Geburts-Kosmogramm basieren. Alle Kosmogramme addieren sich in ihrer Wirkung, sodass z. B. für Erfolg im Beruf die Abschlussanalyse deutlich anders ausfallen kann, als es sich auf den ersten Blick im Geburts-Kosmogramm zeigt. Hinzu kommen viele Stärke-Berechnungen, die maßgeblich bestimmen, wie man den Charakter eines Planeten oder Bhavas (Lebensbereichs) in seinem Leben erfährt.

Wenn man auf der Grundlage des vollständigen Parashara-Systems eine Lebensübersicht per Hand kalkulieren und analysieren würde, müsste ein erfahrener Experte mindestens 10 volle Arbeitstage hoch konzentriert arbeiten.

Wer kann Jyotish richtig praktizieren?

Maharishi Parashara sagt dazu in seinem Brihat Parashara Hora Shastra Kapitel 27 (Ranjan Publications) bzw. Kapitel 29 (Sagar Publications) Verse 39 – 40:
Zweifelsfreie und wahrhaftige Vorhersagen werden nur von einem Jyotishi gemacht, der höchstes Können in Mathematik hat, große Anstrengungen in der Disziplin von Grammatik unternommen hat, der die Kunst der richtigen Analyse und des Beurteilens (Nyaya) beherrscht, der Weisheit besitzt, der das Wissen von Geographie, Raum und Zeit beherrscht, der Herr seiner Sinne ist, der auf dem Gebiet der Logik fähig ist und die Jataka-Schriften (Analyse-Lehrbücher) studiert hat. Es besteht kein Zweifel, dass seine Vorhersagen richtig sein werden.  
Und im Kapitel 97/100 Verse 3 – 6 sagt er zu seinem Schüler Maitreya:
Dieses Wissen sollte niemals an Personen gegeben werden, die missgünstig sind, andere verleumden, nicht intelligent sind, schlechten Charakter besitzen und dir nicht bekannt sind. Lehre dieses höchste und heilige Shastra nur Personen, die bescheiden sind, ergeben, wahrhaftig, begabt und dir wohlbekannt. Nur Personen, die genaues Wissen über die Zeit, die genauen Positionen der Grahas und Nakshatras haben, können dieses Shastra verstehen. Nur eine Person, die dieses Jyotish Shastra gemeistert hat und wahrhaftig ist, kann korrekte günstige und ungünstige Vorhersagen machen.

Die fachlichen Voraussetzungen für Jyotish

Die von Maharishi Parashara beschriebenen fachlichen Voraussetzungen für Jyotish müssen natürlich auf dem Hintergrund seiner Zeit und seiner vedischen Kultur gesehen werden. Deshalb wollen wir hier die einzelnen Punkte in Bezug auf die heutige Zeit und die westlichen Länder verstehen:
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    Historisches Vedisch-astrologisches Messinstrument im „Jantar Mantar“ in Jaipur, Indien
    Höchstes Können in Mathematik – Zur damaligen Zeit musste alles mit Hand gerechnet werden. Unterstützende Tabellen gab es – wenn überhaupt – nur wenige. Voraussetzung war also, dass man die Mathematik der sphärischen Trigonometrie beherrschte, um Aszendenten und Planeten-Positionen zu berechnen. Das erforderte hohes Können und die Experten waren hoch angesehene Wissenschaftler.

    Heute werden diese Kalkulationen von Computer gemacht. Wichtig ist allerdings, dass die Jyotish Experten und auch Jyotish Studenten alle Kalkulationen verstehen, sie selbst von Hand berechnet haben und anhand ihrer Aufzeichnungen jederzeit wieder manuell kalkulieren könnten. Da ist wichtig, um das Bewusstsein für die Präzision von Jyotish zu prägen.
  2. Grammatik – Alle Jyotish-Shastras (Fachbücher) waren in Sanskrit in Form von Slokas (Versen) verfasst, u. zw. in einer Art Geheimsprache. Sie bestand – und besteht bis heute im Parashara Hora Shastra – darin, dass u. a. Zahlen oder mathematische Operationen nicht direkt benannt werden sondern symbolisch. Das hört sich dann z. B. so an: Schlage die Frucht mit Veda. Gemeint ist: Teile (schlage) das Ergebnis (die Frucht) durch vier (weil es vier Haupt-Veden gibt). Viele Bedeutungen der Jyotish Schriften lassen sich nur aus der Wortstellung und der Grammatik ableiten.

    Heute können wir auf Übersetzungen zurückgreifen, die eine Basis für weitere Studien sind. Trotzdem habe ich  z. B. 10 Jahre bestimmte Slokas (Verse) des Parashara Hora Shastra mit Hilfe von Sanskrit Experten studiert, bis sich mir ihre Bedeutungen schlüssig eröffnet haben.
  3. Analyse und Beurteilung (Nyaya) – Hier geht es um das richtige Gewichten von Argumenten. Wenn der Jyotish Experte die richtigen Prioritäten und damit die Reihenfolge kennt, erschließt sich das gesamte Jyotish Wissen folgerichtig und eindeutig.

    Für den Studenten ist es auf diesem Weg wichtig, einen Lehrer zu finden, der ihm präzise die einzelnen Schritte zu einer sicheren Beurteilung erklären kann. Wenn er diese Schritte viele Male unter der Anleitung seines Lehrers gegangen ist, kann der den Weg irgendwann alleine gehen.
  4. Foto: © Lian Chang
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    Historisches Vedisch-astrologisches Messinstrument im „Jantar Mantar“ in Jaipur, Indien
    Wissen von Geographie, Raum und Zeit – Die Indischen Jyotish Gelehrten wussten schon zu Urzeiten, dass die Erde eine (abgeflachte) Kugel ist und sich als Körper zusammen mit dem Mond und den anderen Planeten (Grahas) um die Sonne bewegt. Die mathematischen Bewegungsgesetze waren genial präzise erfasst, sodass man mit den überlieferten Methoden der Handkalkulation annähernd zu den gleichen Ergebnissen kommt, wie heute mit den modernsten Computer-Programmen.

    Heute genügt den Studenten ein gutes Grundwissen über die Himmels-bewegungen und die Position der Fixsterne. Alles andere berechnet der Computer.
  5. Logik – Das gesamte Jyotish-System ist in sich logisch. Es gibt keine Widersprüche oder Ungereimtheiten. Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass man lediglich Slokas auswendig zu lernen braucht, um das Jyotish Wissen zu erfassen. Tatsächlich aber liegt allen Slokas eine Logik zugrunde, die es zu verstehen gilt. Wenn man diese zugrundeliegenden Prinzipien verstanden hat, kann man jedes Kosmogramm vollständig  interpretieren.

    Das Verstehen der zugrundeliegenden Logik von Slokas des Hora Shastra von Parashara ist einer der faszinierenden Aspekte unserer Jyotish Ausbildung.
  6. Meisterschaft über das Hora Shastra von Parashara – Das bedeutet vollständiges Wissen zu haben – auf der Ebene des Intellekts und auf der Ebene des Gefühls. Parasharas Schrift zu meistern heißt, dass man sein vollständiges Wissen tief verstanden, verdaut und umgesetzt hat. Auf dieser Basis kann man sein System zum Segen aller anwenden. Teilaspekte werden nicht genügen, um befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
Die persönlichen Voraussetzungen für Jyotish
  1. Foto: © Steve Evans
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    Historisches Vedisch-astrologisches Messinstrument im „Jantar Mantar“ in Jaipur, Indien
    Weisheit – Unter Weisheit versteht man gelebtes Wissen. Man ist in sich gegründet und schaut dem Auf- und Ab des Lebens aus einem guten Abstand zu. Weisheit vereint Lebenserfahrung, Weitsicht und die Kenntnis des Prinzips von Ursache und Wirkung. Dazu benötigt man Reife und ein gewisses Alter. Ohne ein Mindestmaß an Lebenserfahrung ist es schwerer, Treffsicherheit in Jyotish zu erlangen.

    Es ist für uns sehr interessant zu beobachten, dass die Gruppen in den Jyotish Ausbildungskursen durch viele transformierende Erfahrungen und  Reifungsprozesse gehen. Sie sind deshalb so intensiv, weil Jyotish in sich selbst das Studium der Gesetzmäßigkeiten des Lebens ist.
  2. Herr der Sinne sein – bedeutet, nicht von Wünschen und Trieben geleitet zu werden. Dadurch ist man in der Lage, seine Energien bewusst und gezielt einzusetzen, um zunehmend inneres Licht – Jyotish Mati Pragya – zu entwickeln, das Licht, das uns hilft, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen.
  3. Intelligenz – ist die Fähigkeit, Gesetzmäßigkeiten zu erfassen und auf dieser Grundlage Ordnung zu erkennen und zu schaffen. Jyotish ist die vereinfachte Sprache der Natur. Die Terminologie von Jyotish reduziert alle Phänomene unseres Lebens auf eine bestimmte Anzahl von Parametern (Grahas, Raashis, Bhavas und Nakshatras) und deren Interaktion.

    Es ist ein fantastisches System, die Welt und ihre Zusammenhänge zu verstehen und zu erklären. Deshalb wird Jyotish als die höchste Disziplin angesehen. Maharishi Mahesh Yogi fasste das einmal in der Bemerkung zusammen: „Once you have Jyotish, you have everything.“ (Wenn Du Jyotish beherrschst, hast Du alles.)

    Diese Intelligenz hat nichts mit Alter oder Ausbildung zu tun, sondern ist eine grundlegende Qualität des Geistes. Teilnehmer von 19 bis 82 Jahren haben dieses Prinzip auf unseren Ausbildungskursen bestätigt. Es hat sich gezeigt, dass ein geordnetes Jyotish Studium eine zunehmende Wachheit im Geist schafft, was sich in wachsender Intelligenz ausdrückt.
  4. Wahrhaftigkeit und Bescheidenheit. Nur wer wahrhaftig ist, kann die Wahrheit über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erfassen. Man kann dies auch Ehrlichkeit nennen. Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit können nur bei uns selber beginnen. Wer sich selber gegenüber nicht ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig ist, kann ab einem bestimmten Punkt keinen spirituellen Fortschritt mehr machen. Eigene innere Dunkelheit oder Blockaden, die man nicht anschauen (und damit beseitigen) möchte, sind hinderlich für die Entwicklung des Bewusstseins.

    Erstaunlich viele Menschen leben lieber in Illusionen als in der Wahrheit. Jesus sagte dazu treffend: Die Wahrheit macht euch frei.     

    Jyotish ist das Licht reinen Bewusstseins, das den Menschen von den Illusionen über sich selber befreit und den Illusionen über den Rest der Welt. Der Zustand, der sicht daraus entwickelt, heißt Erleuchtung. Deshalb betonte Maharishi Mahesh Yogi, der Begründer der TM-Bewegung, dass Jyotish eine sehr wirksame Fortgeschrittenentechnik zur Erlangung von Erleuchtung ist.

    Befreit von Illusionen wird man automatisch bescheiden. Diese Bescheidenheit bewirkt eine Reduzierung des individuellen Egos und öffnet das Bewusstsein der universellen Ebene, die nur die Wahrheit kennt – Jyotish Mati Pragya.

    Teilnehmer der Jyotish Ausbildung berichten uns immer wieder, dass Sie merken, wie wichtig es ist, das eigene Ego zurückzunehmen, um sich einer zunehmend universellen Wahrnehmung zu öffnen.
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    Historisches Vedisch-astrologisches Observatorium „Jantar Mantar“ in Jaipur, Indien
    Ergebenheit (Englisch: devotion) – Ergebenheit oder Hingabe sind verfeinerte Qualitäten des Herzens. Sie setzen Vertrauen und eine Kultivierung des Herzens voraus.

    Das Annehmen einer spirituellen Führung durch einen Lehrer und Ergebenheit zu der Tradition, aus der das Wissen kommt, zeichnen einen guten Jyotishi  aus. Deshalb fordert Parashara von seinem Schüler Maitreya, dieses „höchste und heilige Shastra“ nur an Personen weiterzugeben, die er kennt, d.h. die er einschätzen kann.

    Das Jyotish Wissen fließt von Herz zu Herz. Durch diese  innere Öffnung erzeugen die Erklärungen des Lehrers Klicks im Bewusstsein des Schülers und lassen so ein Bild in ihm entstehen. Das ist das traditionelle Vedische Lehren.
  6. Missgünstig, verleumderisch und von schlechtem Charakter sollte eine Person nicht sein, die dieses „höchste und heilige Shastra“ lernt, da ein Jyotishi immer das Beste für seine Klienten geben und wollen sollte. Wenn sich für den Klienten Herausforderungen abzeichnen, ist es für einen Jyotishi selbstverständlich, ihm zu zeigen, wo er den Hebel ansetzen kann, um Dinge zu verändern. „Vermeide die Gefahr, bevor sie eingetroffen ist“, das ist der höchste Zweck von Jyotish.

    Ein verleumderischer Mensch könnte Einsichten, die er über Klienten gewonnen hat, missbrauchen und  ausnutzen. Er könnte den Klienten schlecht machen, anstatt ihn mit seinem Wissen zu nähren und ihm zu helfen, auf die nächste Stufe zu kommen.

    Eines der ersten Dinge, die ein Student in der APA Jyotish Ausbildung lernt, ist absolute Vertraulichkeit bezüglich aller Informationen, die sich ihm aus einem privaten Kosmogramm erschließen. Es wird von Anfang an strikt darauf geachtet, dass nicht über Kosmogramme anderer Personen geredet wird.
Die obigen Punkte von Maharshi Parashara zeigen anschaulich die Kriterien für einen guten Jyotish Experten und die Anforderungen an eine Jyotish Ausbildung.

Mathematik und Intuition

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Historisches Vedisch-astrologisches Messinstrument im „Jantar Mantar“ in Jaipur, Indien
Manch einer, der Jyotish praktiziert, beruft sich vorwiegend auf seine Intuition und sagt, dass er eine umfassende Analyse nicht benötigt.
 
Unsere Intuition ist abhängig von dem Zustand unserer Physiologie. Geht es uns gesundheitlich vielleicht mal nicht so gut, dann ist unsere Intuition auch nicht verlässlich. Wir können uns unserer Intuition (Jyotish Mati Pragya) bei Beratungen nur dann sicher sein, wenn wir sie mit wachem Geist anhand der vollständigen Jyotish Mathematik und Logik überprüft haben. „Safety first“. Vollständig und wach ist hier wichtig, denn sonst können wir schnell ein paar Argumente zusammensuchen, die unsere Sicht bestätigen, und den Rest einfach weglassen.

Das interessante ist, dass sich gleichzeitig durch die Anwendung der Jyotish Mathematik und Logik die Intuition – Jyotish Mati Pragya - entwickelt. Das ist die Ebene des Bewusstseins, die als inneres Licht erfahren wird. Wenn wir nach einer gründlichen mathematisch-logischen Analyse mit unserer Aufmerksamkeit nach innen gehen, können wir sicher sein, dass unsere Intuition das richtige Bild zeigt. Input = Output. Unser Intellekt, der durch die systematische Ausarbeitung der Beratung immer weiter in die Tiefe vorgedrungen und somit verfeinert ist, wird identisch mit unseren feinsten Gefühlen. Nur durch diese Gefühle können wir die Ganzheit einer komplexen Situation erfassen und treffende Beratungen geben.

Das ist der Prozess, durch den die Absolventen der APA-Akademie gehen. Die Anwendung der Jyotish Mathematik entwickelt in ihnen nach und nach Jyotish Mati Pragya. Das ist der Bewusstseinszustand, der sowohl die innere Unbegrenztheit beleuchtet, als auch die Welt der Begrenzungen – wie die Lampe an der Tür, die sowohl nach innen, wie auch nach außen leuchtet. Der vollständig stabilisierte Zustand von Jyotish Mati Pragya ist identisch mit dem Zustand der Erleuchtung.

Ausbildung

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Sonnengott Surya, Udaipur, Indien. Hier als Symbol der rajputischen Mewar-Dynastie, deren Maharanas (=Maharajas) als Abkömmlinge der Sonne gelten.
In den letzen Jahren hatten wir intensiv Kontakte mit indischen Universitäten, die Jyotish lehren, wie z.B. Udaipur, Delhi und Hydarabath.  Es war sehr interessant, die Kurrikula zu studieren und mit dem zu vergleichen, was wir hier in Deutschland lehren. Wie bereits über Ayur-Veda Studien in Indien geschrieben wurde, gibt es auch in der Vedischen Astrologie ähnliche romantische Vorstellungen über das Studium bei indischen Gelehrten.

Durch die jahrelange Interaktion mit indischen Jyotish Experten haben wir festgestellt, dass es „die indischen Jyotishis“ nicht gibt. Wenn wir z.B. mit 12 Jyotishis konferiert haben, konnte es annähernd so viele Meinungen wie Jyotishis geben. Am Ende der Diskussionen wurde in der Regel die Meinung des Ältesten akzeptiert. Das hieß aber nicht, dass das dann für alle bindend war.

Jeder traditionelle Jyotishi fühlt sich seinem eigenen Jyotish Guru verpflichtet. Durch diese tiefe Herzensbeziehung wird seine Intuition genährt. Das von dem Guru erhaltene Wissen wird angewendet, wobei es für viele nicht so entscheidend ist, ob sich die Prinzipien in der Praxis heutzutage immer bestätigen, ob die Terminologie in der heutigen Zeit verstanden wird oder ob es durch die kulturellen Unterschiede eventuell Missverständnisse gibt.

In den Kurrikula, die wir einsehen konnten, wurde viel Zeit für Hand-Kalkulationen eingeplant. Das entspricht der Tradition und gute Computer-Programme gibt es erst seit einigen Jahren. Entsprechend gab es kaum Anwendungen der 24 Unter-Kosmogramme und der umfassenden Stärkeberechnungen wie z.B. Shadbala - beides elementare Bestandteile des Parashara Systems.

Westliche Systematik und Geordnetheit in der Wissensvermittlung findet man in Indien eher selten. So bleibt selbst bei gutem Vorwissen und guter Aufnahmefähigkeit nicht selten ein unzufriedenes Gefühl zurück, weil man alleine die Logik nicht immer nachvollziehen kann und Fragen oft nicht befriedigend beantwortet werden.

Aus unserer Sicht ist die Synthese der traditionellen Jyotish Weisheit Indiens mit dem systematischen wissenschaftlichen Lehransatz des Westens, kombiniert mit moderner Computertechnologie, ein optimaler Ansatz zur praktischen Verbreitung und Anwendung dieses kostbaren Wissens.

Siebelt Meyer (Jyotish Shastri)Siebelt Meyer

Der Autor des Großen Handbuchs der Vedischen Astrologie, erhielt 1988 von Maharishi Mahesh Yogi den Titel Jyotish Shastri für seine Entwicklung von Jyotish Kursen, die weltweit in 22 Sprachen gelehrt wurden.

2000 machte sich Siebelt Meyer mit eigener APA-Beratungspraxis und Ausbildungs-Akademie selbstständig und veröffentlichte die erste Version der APA-Vedischen Astrologie Software.

APA (Authentic Parashara Applications) steht für die wissenschaftliche Parashara Astrologie.


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Weisheit des Augenblicks
Sogar durch den Geist kann diese Wahrheit erlernt werden: Es gibt nicht viele, es gibt nur EINS. - Katha Upanishad

 

Parashara

Maharishi Parashara ist ein Vedischer Rishi (Seher), der besonders als Autor der Brihat Parashara Hora Shastra bekannt ist.

 

 

Brihat Parashara Hora Shastra

Zentrale Schrift des Jyotish (Vedische Astrologie), verfasst von Maharishi Parashara.

 

 

Jyotishi

Vedischer Astrologe

 

 

Gandharva-Veda

Gandharva-Veda ist die klassische Musik der Vedischen Hochkultur. Sie ist die ewige Musik der Natur, deren Rhythmen sie widerspiegelt.

 


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