„Friedensratschlag“ kritisiert Auszeichung für Kriegspräsidenten

Friedensbewegung kritisiert Nobelpreiskomitee und protestiert gegen Obama

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Kassel/Hamburg - Anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama erklären die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken in einer Stellungnahme:

Schon die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisvergabe Anfang Oktober an Barack Obama war als faustdicke Überraschung aufgenommen worden. Kommentatoren wunderten sich, denn viel mehr als wohl klingende Ankündigungen und Absichtserklärungen waren vom Preisträger nicht zu vermelden. Von "Vorschusslorbeeren" und "unverdientem Wechsel auf die Zukunft" war die Rede.

Nachdem sich Obama in seiner West-Point-Rede vor einer Woche für die Ausweitung des Krieges in Afghanistan und Pakistan entschieden hat und die Truppen um weitere 30.000 Soldaten erhöht - was mit der bereits erfolgten Truppenverstärkung im Frühjahr einer Verdoppelung der US-Truppen in Afghanistan seit Obamas Amtsantritt gleichkommt - wird allenthalben deutlich, dass es sich um eine der größten Fehlentscheidungen des Nobelkomitees in seiner über hundertjährigen Geschichte handelt. Einen Staatsmann, der für den höchsten Rüstungshaushalt der Menschheitsgeschichte steht, mit der angesehensten Friedensauszeichnung zu ehren, ist grotesk. Schließlich sollte der Preis - so bestimmt es das Testament des Stifters Alfred Nobel, an jemanden vergeben werden, "der am meisten oder am besten auf die [...] Abschaffung oder Verminderung stehender Heere [...] hingewirkt" hat.

Eine Preisvergabe an einen US-Präsidenten scheidet nach Auffassung des Friedensratschlags darüber hinaus so lange aus, als die US-Militärdoktrin daran festhält, eine "full spectrum dominance" auf sämtlichen militärischen Gebieten aufrecht zu erhalten. Der von der US-Administration verfolgte sog. "No-Rivals"-Plan bindet die US-Außen- und Sicherheitspolitik an den imperialen Grundsatz, keinen ebenbürtigen Rivalen globalen Ausmaßes zuzulassen. Dies verträgt sich nicht mit Obamas schönen Worten vom "Multilateralismus", den angeblich die Bush-Politik des Unilateralismus abgelöst hätte. Erst wenn die USA dieses hegemoniale Projekt und das weltweite Vormachtstreben aufgegeben haben, wäre ein echter Fortschritt in den internationalen Beziehungen zu verzeichnen. Das zweite Kriterium des Friedenspreis-Stifters wäre damit erfüllt, nämlich demjenigen den Preis zu verleihen, der "am besten auf die Verbrüderung der Völker hingewirkt" hat. Die US-Regierung hat sich nicht vom globalen Vormachtstreben verabschiedet, sondern ganz im Gegenteil, sie führt sogar Kriege um diese Vormacht aufrecht zu erhalten.

Die dritte Begründung des Nobelpreiskomitees betraf Obamas Eintreten für eine Welt ohne Atomwaffen. Es stützt sich dabei allerdings allein auf die Prager Rede des US-Präsidenten, worin er die Vision einer atomwaffenfreien Welt angesprochen, gleichzeitig aber auch erklärt hat, dass die USA an ihrer Nuklearwaffenkapazität festhalten werden, solange solche Waffen noch existieren. Die Friedensbewegung hat klare Vorstellungen, wie Obama die Ernsthaftigkeit seiner Rede unter Beweis stellen könnte: Er müsste in einem ersten Schritt auf jegliche Modernisierung der US-Atomwaffen verzichten (Stichworte: Miniaturisierung, Bunker brechende Sprengköpfe) und er könnte in einem zweiten Schritt (oder gleichzeitig) das Atomwaffenarsenal der USA reduzieren. Besonders in Deutschland wartet die Friedensbewegung schon lange auf den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel (Pfalz).

Die Preisvergabe an Obama beschädigt den weltweit anerkannten Friedensnobelpreis. Wenn heute die norwegische Friedensbewegung gegen die Preisverleihung demonstriert, dann hat sie eben dies im Auge.

1973 lehnte der (nord-)vietnamesische Militärführer und Politiker Le Duc Tho den Friedensnobelpreis ab, der ihm zusammen mit Henry Kissinger für die Bemühungen um ein Ende des Vietnam-Krieges zugesprochen worden war. Seine Begründung: In seinem Land herrsche noch kein Frieden (tatsächlich war der Krieg erst 1975 mit dem Abzug der US-Truppen beendet).

Leider hat Obama die Gelegenheit verpasst, den Preis bei Bekanntgabe der Komitee-Entscheidung vor zwei Monaten abzulehnen. Er hat es nicht getan - und er verbrämt die heutige Auszeichnung mit dem Versprechen, als "Kriegspräsident" in Afghanistan Frieden schaffen zu wollen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag hofft, dass die Fehlentscheidung des Nobelpreis-Komitees eine Ausnahme bleiben wird. Es gibt viele Kandidatinnen und Kandidaten, die ihr Leben dem Kampf um Frieden gewidmet und dabei in verschiedenen Konfliktregionen oder global Wirkung erzielt haben. Die Friedensbewegung wird entsprechende Vorschläge vorlegen.

Quelle: Universität Kassel, AG Friedensforschung und Bundesausschuss Friedensratschlag

Anm. d. Red.: Leider wird beim Thema Frieden nach wie vor ein grundlegender Aspekt vergessen: der Effekt, den das kollektive Bewusstsein ausübt. Dieses kann durch den Einsatz uralter Vedischer Techniken systematisch zur Schaffung einer friedlicheren Welt eingesetzt werden.
Rückgang von Terrorismus und internationalen Konflikten durch große Gruppen Yogischer Flieger erneut bestätigt - Abnahme beim internationalen Terrorismus um 72%, bei Kriegshandlungen um 30%.


Dieser Artikel wurde am 11.12.2009 im Vedamagazin veröffentlicht.
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